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Vortrag und Diskussion: Die Bakuninhütte bei Meiningen – einzigartiger Ort der anarcho-syndikalistischen Bewegung damals-heute? mit der AG Geschichte der Bakuninhütte

Vortrag und Diskussion: Die Bakuninhütte bei Meiningen – einzigartiger Ort der anarcho-syndikalistischen Bewegung damals-heute? mit der AG Geschichte der Bakuninhütte

Die „Bakuninhütte“, eine Wander- und Schützhütte nahe dem südthüringischen Meiningen, wurde von Anarcho-Syndikalist*innen in den 1920ern errichtet und bis zur Enteignung der Nazis auf vielfältige Weise genutzt. Seit 2015 ist die Hütte das bisher einzige Kulturdenkmal der anarchistischen Bewegung in Deutschland. Anfang der 1990er Jahre wurde das Areal wiederentdeckt, das Gebäude renoviert und die Hüttengeschichte durch Aktivist*innen aufgearbeitet. Die Hütte ist heute eingebunden in Vereinsstrukturen, verschiedene politische Bewegungen und lokale (Erinnerungs)politiken.

In der offenen Projektwoche „DenkMal über Anarchismus nach“ im September 2019 hat sich die AG Geschichte der Bakuninhütte als politisch wie auch geschichtlich interessierte Gruppe zusammengefunden, um über die Fragen der weiteren Erforschung und Nutzung der Hütte nachzudenken. In einem kurzen Input-Vortrag werden werden vor allem (zeit)-geschichtliche und archäologische, aber auch geographische Ansätze zur Erforschung vorgestellt und zur Diskussion gestellt.

In der Etablierung der Hütte zum Kulturdenkmal und der Einbindung der institutionalisierten Wissenschaft liegt eine einzigartige Chance, die jedoch auch gewisse kritische Reflexionen und methodische Überlegungen voraussetzt. In dieser Veranstaltung wird viel Raum zur Diskussion sein, wie mit diesem Ort umgegangen werden kann und wie dieser für aktuelle anarchistische Bewegung(en) hilfreich sein kann. Dazu sollen Erfahrungen ausgetauscht und Ideen gesammelt werden.

Wann? Donnerstag 23.01.2020 um 18 Uhr
Wo? Café Goldfisch (FU Campus), Landoltweg 9-11, 14195 Berlin

Wählt FSI (Kunst-) Geschichte! Wählt Liste 23!

*English version below*

Vom 14.–16.01.2020 finden wieder die Wahlen zum Studierendenparlament der FU Berlin statt. Neben vielen anderen Listen tritt auch wieder die FSI Geschichte im Verbund mit der Fachschaft Kunstgeschichte als Liste 23 an. Wir treten dafür an, einen linken, parteiunabhängigen und kritischen Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) zu erhalten, der uns und andere Fachschaftsinitiativen bei unserer Arbeit unterstützt. Außerdem wollen wir Problemen und Interessen der Studierenden unseres Fachbereiches zu einer größeren Öffentlichkeit verhelfen.

Was ist das StuPa?
Das Studierendenparlament (StuPa) besteht aus insgesamt 60 gewählten Parlamentarier*innen, die jedes Jahr im Januar von allen studentischen Mitgliedern der Freien Universität Berlin gewählt werden können.
Das StuPa wählt die Referent*innen des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) der FU sowie die Mitglieder von Ausschüssen, beschließt über den Haushalt der Studierendenschaft und über grundsätzlich Angelegenheiten der Studierendenschaft.

Wer sind wir überhaupt?
Wir sind eine basisdemokratische, offene Initiative linker
Geschichtsstudis unterschiedlichster Couleur, die auch abseits der StuPa-Wahlen existiert. In erster Linie bilden wir kritische Inseln in den Gremien am Fachbereich, beraten Studis und organisieren (kulturelle) Veranstaltungen (Orientierungstag, Erstsemesterfahrt, Historische Campusführung, Partys, monatliche Histo-Kino, Vorträge/Diskussionen usw.). Mit dem Histo-Café (Raum A112) sorgen wir für den einzigen selbstverwalteten studentischen Freiraum am Friedrich-Meinecke-Institut.
Die FSI Kunstgeschichte ist eine offene Gruppe von Studierenden, die unter anderem Erstsmesterfahrten, Feiern und einen regelmäßigen Bücherbasar organisiert. Außerdem setzt sie sich für ein bessseres Klima am Institut ein. Mit dem Fachschaftsraum der Kunstgeschichte sorgt die FSI Kunstgeschichte für den einzig selbstverwalteten studentischen Freiraum am Kunsthistorischen Institut (KHI).

Beispiele für unsere Arbeit könnt ihr den vergangen Veranstaltungen entnehmen:
https://www.facebook.com/pg/fsigeschichtefu/events
https://web.facebook.com/khi.fachschaft/

Wo könnt ihr wählen?
Für das Studierendenparlament (StuPa) könnt ihr alle drei Tage, vom 14.-16.01., von 9:45-16:15 im großen Flur in der Koserstr. 20 wählen. Wichtig ist, dass ihr für die Urnenwahl in eurem Fachbereich/Zentralinstitut zugeordneten Wahllokal wählt. Zum Wählen braucht ihr euren Studierendenausweis und euren Personalausweis oder Führerschein oder Reisepass.

Falls Geschichte nicht euer Hauptfach ist, könnt ihr hier eurem Hauptfach zugeordneten Wahllokal finden:

Außerdem könnt ihr in allen anderen Wahllokalen „Briefwahl“ machen.
https://www.fu-berlin.de/sites/studwv/Wahlen/Stimmabgabe/index.html?fbclid=IwAR2OyMwbjavrIwbrWqrGr_t14DcHElZurwCSMYBI9rZ8hgDJPQsN4d0QuyU

Wir freuen uns auf die Wahl und bedanken uns schon jetzt für eure Stimmen und euer Vertrauen!

Eure,

FSI Geschichte und FSI Kunstgeschichte

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From 14 January to 16 January 2020 the elections for the student parliament of the FU Berlin will take place again. In addition to many other lists, FSI Geschichte together with FSI Kunstgeschichte are standing for election as List 23. We are campaigning to maintain a left-wing, non-partisan and critical General Students‘ Committee (AStA) that supports us and other student council initiatives in our work. Furthermore, we want to help students with their problems and support the interests of the students of our department.

What is the StuPa?
The Student Parliament (StuPa) consists of a total of 60 elected parliamentarians* who can be elected every year in January by all student members of Freie Universität Berlin. The StuPa elects the officers of the General Students‘ Committee (AStA) of the FU as well as the members of other committees. The StuPa also decides on the budget of the student body and on general student affairs.

Who are we?
The FSI Geschichte is a direct democratic, open initiative of left-wing
History students*. Our group exists in addition to the StuPa elections. First and foremost, we form critical subgroups in the committees of our department, advise students and organise (cultural) events (e.g. orientation day, first semester trip, historical campus tour, parties, monthly Histo-Kino, lectures/discussions). We also run the Histo-Café (Room A112), which is the only self-administered student space at the Friedrich-Meinecke-Institut (FMI).
The FSI Kunstgeschichte is an open group of students which organises first semester trips, parties, a regular book bazaar etc. We are also committed to a better climate at the institute. With the open room of the FSI Kunstgeschichte we provide the only self-administered student space at Kunsthistorisches Institut (KHI).

Examples of our work can be found in past events:
https://www.facebook.com/pg/fsigeschichtefu/events
https://web.facebook.com/khi.fachschaft/

Where do you vote?
You can vote for the student parliament on one of the three days, from 14 January to 16 January 2020. Each day the polling station is open from 9:45 am to 4:15 pm. It is located in the big hallway on the ground floor of the Friedrich-Meinecke-Institut (Koserstr. 20). To vote you need your student ID and your identity card or driving licence or passport.

If history is not your major, you can find the polling station assigned to your major in the list above.

You can also do ‚Briefwahl‘ in all other polling stations: https://www.fu-berlin.de/sites/studwv/Wahlen/Stimmabgabe/index.html?fbclid=IwAR2OyMwbjavrIwbrWqrGr_t14DcHElZurwCSMYBI9rZ8hgDJPQsN4d0QuyU

We are looking forward to the election and we thank you in advance for your votes and your trust!

Yours,

FSI Geschichte and FSI Kunstgeschichte

Punsch-Umtrunk der FSI Geschichte

** English version below **
Auch dieses Jahr wollen wir wieder gemeinsam mit euch den sensationellen Punsch-Umtrunk veranstalten und das Jahr 2019 würdig verabschieden!

Aus diesem Anlass schmeißen wir den Glühweinkocher an und wärmen unsere Herzen. Lustig wird es in jedem Fall!
Ab 16 Uhr zeigen wir alte Disney-Kurzfilme mit Micky Maus im Histo-Café (Raum A112). Ab 18 Uhr geht’s dann richtig los! Im Flur vor dem Histo-Café (1. Obergeschoss des FMI) gibt es am Buffet allerhand Nahrhaftes und den üblichen Weihnachtssüßkram. Für jegliche Art von Getränken, von Bier über Feuerzangenbowle bis zu alkoholfreien Getränken, ist gesorgt. Die Räume A124 und A125 bieten dann genug Platz zum Tanzen und gemütlichen Zusammensein. Freier Eintritt! Wir bieten die Getränke auf Spendenbasis an.

Damit auch genug zum Essen und Knabbern da ist, hängt am Histo-Café eine Liste, worauf ihr euch eintragen könnt mit dem Essen, das ihr mitbringt.

Kommet zahlreich und voller Freude,
wir sehen uns,
Eure FSI Geschichte
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Wo: Friedrich-Meinecke-Institut, Koserstr. 20/ 14195 Berlin, Raum A 112, 124, 125 + Flur im 1. OG
Wann: Am Donnerstag, dem 19.12.2019, ab 16 bzw. 18 Uhr

** English version **
Once again we are celebrating our sensational Christmas/ end of year party. You are all invited to join us in celebrating the end of 2019!

On this occasion, we will light up the mulled wine cooker and have a heartwarming festivity! It’ll be fun in any case!
From 4 pm we are going to show some old Disney short films at the Histo-Café (room A112). From 6 pm the party is really going to start! In the corridor in front of the Histo-Café (1st floor of the FMI) there is going to be a buffet with all kinds of food and the usual Christmas sweets. All kinds of drinks, from beer to fire tongs punch to non-alcoholic drinks, are provided. There’s going to be enough space for dancing and for a nice get-together in room A124 and A125. Free entry! We only advise you to make a donation for drinks and such.

To make sure there’s enough to eat, we would like you to bring some food. There’s a list at the door of the Histo Café where you can sign up for the food you are going to bring.

Bring your friends and have a great night with us!
Yours,
FSI Geschichte
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Where: Friedrich-Meinecke-Institut, Koserstr. 20/ 14195 Berlin, room A 112, 124, 125 + corridor of the 1st floor
When: On Thursday, 19 December 2019, from 4 and 6 pm

Bakunin meets Bondage… Bunter Bücherbasar und Glühweinabend!

Gerne weiterleiten!
Glühweinabend und „Bücherbasar – Bakunin meets Bondag“ vorbeikommen am 12.12.19 im cafe goldfisch

Bakunin meets Bondage… Bunter Bücherbasar und Glühweinabend!

Bakunin trifft Bondage, Kant auf Katharina von Bora, das Mittelalter meets modern Survival… und da drüben faulenzt ein altersschwacher Drache neben einer Sinuskurve…. und du? Du bist mittendrin…. in Zeiten des Klimawandels gilt es miteinander den ein oder anderen Baum zu retten und dafür müsst du nicht mal deine Hände“dreckig machen“. Wir wollen uns treffen, quatschen, tauschen und den ein oder anderen Glühwein oder was auch immer schlürfen. wahrscheinlich haben wir alle irgendwelche literarischen „Leichen“ nein nicht immer Keller, sondern eher in unseren Regalen, Schüben oder sonst wo, aber keine Sorge, auch das absurdeste sorgfältig bedruckte Papier findet wahrscheinlich seine Abnehmer… bei mehreren Interessentinnen für das gleiche geschriebene Werk aus Holz Farbe und Plastik finden wir schon eine Lösung freut euch auf „kreative, gemeinsame Entscheidungsprozesse… wir möchten mit euch Bücher tauschen, verschenken oder einfach teilen… also bringt mit, was ihr nicht mehr zu brauchen glaubt… auf dem Büchertisch finden sich jetzt schon „ausgewählte Werke“ der Sinologie, Mathematik, Latein, aber auch der ein oder andere Roman, Thriller oder…. ist dabei.

Wo: Café Goldfisch – Im Kellergeschoss des Institutsgebäudes Landoltweg 9-11
Wann: 12.12.2019 ab 19 Uhr

Studentische Unterstützung für AS-Sitzung

Die studentischen Vertreter*innen im Akademischen Senat (AS) und der AStA haben für die kommende Sitzung des Akademischen Senats vier Anträge zur Änderung der Rahmenstudien- und prüfungsordnung (RSPO) eingereicht, die einiges am Uni-Alltag ändern könnten. Um Unterstützung für das Durchbringen der Anträge zu zeigen, seid ihr aufgerufen, zur nächsten Sitzung des Akademischen Senat zu kommen: am 11.12. um 15 Uhr in den Senatssaal im ersten Obergeschoss des Henry-Ford-Bau in der Garystraße 35.

Wir begrüßen die Änderungen, die mit den Anträgen angestrebt werden. Es ist sehr wichtig, dass in der Sitzung viele Studierende erscheinen, um deutlich zu machen, dass wir die Änderungen auch wollen. Und um zu zeigen, dass wir hinter den Anträgen stehen und uns für die akademische Selbstverwaltung interessieren. Durch unsere Anwesenheit können wir den gewählten Vertreter*innen den Rücken stärken und uns für ein anderes Studieren stark machen.

Hier noch einige Informationen zu den Anträgen:

Die Rahmenstudien- und prüfungsordnung gibt den Rahmen vor, an den sich alle Studien- und Prüfungsordnungen der Studiengänge halten müssen. Änderungen der RSPO beschließt der Akademische Senat, das höchste Entscheidungsgremium der FU, der öffentlich tagt.
Ein Antrag möchte die Anwesenheitspflicht in Vorlesungen abschaffen. Die „Pflicht zur regelmäßigen Teilnahme“ für Vorlesungen soll in der RSPO gestrichen werden.
Der zweite Antrag möchte die Mindestanzahl für die Wiederholung von Prüfungen von zwei auf drei erhöhen, während der dritte Antrag die Obergrenze für Prüfungsversuche abschaffen will. Dadurch soll der Leistungsdruck im Studium zumindest etwas abgeschwächt werden.
Durch den letzten Antrag soll in der RSPO sichergestellt werden, dass Menschen, die sich an der akademischen und studentischen
Selbstverwaltung beteiligen, für die Dauer der Gremiensitzungen von der Anwesenheitspflicht befreit sind. Dabei handelt es sich um den Akademischen Senat, Fachbereichsrat, Institutsrat, Prüfungsausschuss, Berufungskommisssionen und das Studierendenparlament, aber zum Beispiel auch um Vollversammlungen.

Midterm Lecture

Heute Abend findet die Midterm Lecture statt, bei der ein Student am Friedrich-Meinecke-Institut (Minas Hilbig) einen Preis für seine Masterarbeit bekommt. Wir freuen uns mit ihm und laden euch ein, das gleiche zu tun heute Abend um 18 Uhr im Hörsaal B, Koserstr. 20.
https://www.geschkult.fu-berlin.de/e/fmi/aktuelles/midtermlecture.html

Stellungsnahme zum Vortrag von Egon Flaig

Am 06.11.2019 hielt der Althistoriker Egon Flaig im Rahmen der Ringvorlesung „Geschichte als Waffe“ an der FU einen Vortrag mit dem Titel „Mémoire gegen Histoire. Überlegungen zur Memorialkultur im archaischen und klassischen Hellas“, in welchem er neben einer Auseinandersetzung mit den Gründungsmythen der athenischen Demokratie auch allgemeine Überlegungen zum Gegensatz zwischen Geschichtskultur und Geschichtswissenschaft anstellte, um im Fazit zum Rundumschlag gegen die angebliche Zerstörung der Wissenschaft durch Postcolonial- und Diversity-Ansätze auszuholen.
Vielen seiner Thesen und Argumente sollte dringend widersprochen werden. Dies geschah unter anderem bereits durch den Arbeitsbereichs Geschichtsdidaktik, die in einer Stellungnahme vom 14.11.2019 Kritik u. a. zu seinen Ansichten zu Menschenrechten („Amnesty International handelt menschenrechtsverletzend, wenn die Organisation das Tragen von Burka und Niqab verteidigt“) äußerten (siehe: https://www.geschkult.fuberlin.de/e/fmi/bereiche/ab_didaktik/News/Stellungnahme-zum-Vortrag-von-Egon-Flaig-inder-Ringvorlesung-_Geschichte-als-Waffe_-am-6_11_2019.html). Hiermit verweisen wir auf diese Stellungnahme und möchten uns den dort geäußerten Punkten anschließen. Seine Ansichten zu den Gründen der imperialen Inbesitznahme des afrikanischen Kontinents durch europäische Mächte („um die Sklaverei abzuschaffen, mussten England und Frankreich ständig militärisch intervenieren und schließlich weite Teile Afrikas unter ein militärisches Protektorat stellen“) seien an dieser Stelle lediglich erwähnt. Offensichtlich handelt es sich bei dieser Aussage im besten Fall um eine grobe Vereinfachung des europäischen Imperialismus und im schlimmsten Fall eine bewusste Relativierung desselbigen. Auch wird selbstorganisierten Bewegungen der Unterdrückten jegliche eigene Gestaltungkraft abgesprochen, indem das Ende der Sklaverei nur auf den Freiheitswillen einiger fortschrittlicher Kräfte in England und Amerika zurückgeführt wird.
Im Folgenden wollen wir uns auf das Verhältnis zwischen Geschichtswissenschaft und Erinnerungskultur fokussieren, welches Egon Flaig als ein diametrales darstellt. Laut seinem Standpunkt ist es schädlich für die Geschichtswissenschaft, „unter dem Einfluss von Opfernarrativen zu stehen“. Dass eine Trennung zwischen Geschichtswissenschaft und Erinnerungskultur notwendig ist, wollen wir nicht bestreiten. Allerdings wollen wir bestreiten, dass die Geschichtswissenschaften von „Opfernarrativen“ durchsetzt sind, die nicht nur ihre freie Entwicklung, sondern die Wissenschaftsfreiheit im Allgemeinen bekämpfen. Flaig behauptet die Geschichtswissenschaft sei durchsetzt von Leuten, die Identitätspolitik fürsogenannte Opfergruppen betreiben würden. Diese würden Opfermythen heraufbeschwören, um den Unterschied zwischen Opfern und Nachfahren zu verwischen. Diesen „mythomatisch erzeugte[n] Leiden“ unterstellt Flaig, wohlweislich ohne konkretes Beispiel, oft „keinerlei historischen Anhaltspunkt“ zu besitzen, und relativiert somit historische Verbrechen. Diese auch in seinem Vortrag herausgearbeitete Position beschreibt er ausführlicher in einem im April 2016 erschienenen Aufsatz „Memorialgesetze und historisches Unrecht. Wie Gedächtnispolitik die historische Wissenschaft bedroht“. Das Ziel seines Vortrags ist also durch Postcolonialund Diversity-Ansätze sowie scheinbar jeglicher Multiperspektivität die Wissenschaftlichkeit abzusprechen. Kritik an anderen wissenschaftlichen Ansätzen, wenn auch hier in der Form vollkommener Negierung vorgetragen, mag für den ein oder anderen noch kein Grund, jemanden in die „rechte Ecke“ zu stellen, aber das ist bei Egon Flaig auch gar nicht nötig. Dorthin hat er sich unlängst selbst verzogen. 2018 unterzeichnete er als einer der ersten die „Gemeinsame Erklärung 2018“ von Vera Lengsfeld, die sich gegen die „Beschädigung Deutschlands durch illegale Masseneinwanderung“ positioniert. Bereits zuvor redete er für die AfD Charlottenburg über die „Geschichte des Rassismus“ und immer wieder wird er von Seiten der AfD als „Sachverständiger“ zu geschichtswissenschaftlichen und erinnerungspolitischen Fragen zitiert und zu Veranstaltungen eingeladen.
Auch wenn die Professor_innenschaft die Positionen Flaigs bei einer Diskussion im Institutsrat ablehnte, so ist es doch bedauerlich, dass nur der Arbeitsbereich Didaktik sich offen dagegen positionierte. Auch in der nächsten Sitzung der Ringvorlesung äußerte sich niemand der Organisatoren zur vorhergehenden Veranstaltung.
Leider haben wir versäumt uns im Vorfeld der Vorlesung über die eingeladenen Gäste zu informieren und gegebenenfalls gegen die Veranstaltung zu mobilisieren. Auch wenn die Ansichten Herrn Flaigs von der Wissenschafts- und Meinungsfreiheit gedeckt zu sein scheinen, halten wir es doch für unvereinbar mit dem Selbstbild unserer Universität, deren Gründung neben der Abgrenzung zur Ostberliner Universität auch eine klare antifaschistische Stoßrichtung hatte, einem der wichtigsten akademischen Vertreter der neuen Rechten an der FU eine Bühne zu bieten. Daher fordern wir alle Institutsmitglieder dazu auf, von einer zukünftigen Einladung Flaigs oder eines_einer seiner Gesinnungsgenoss_innen abzusehen.

Fachschaftsinitiative Geschichte, Freie Universität Berlin

Hearings Alte-Geschichte-Professur

Am Donnerstag und Freitag finden in dieser Woche die Hearings für die Baltrusch-Nachfolge (Alte Geschichte Professur) statt. Dazu werden die Kandidat*innen jeweils einen Vortrag halten und eine Lehrprobe geben, danach könnt ihr dann einen Bewertungsbogen über die Qualität der Lehre ausfüllen. Donnerstag, den 21.11., finden die jeweiligen Lehrproben ab 9, 11, 14 und 16 Uhr s.t. in der Koserstr. 20, Hörsaal B statt. Am Freitag, den 22.11., beginnt es hingegen in der Fabeckstr. 23/25, Raum 1.2009 (Untergeschoss) um 8, 10 und 13 Uhr.

Kein Fußbreit dem Faschismus an der Uni!

Gemeinsame Erklärung zu den rechtsradikalen Angriffen an der Freien Universität Berlin

In vergangenen Wochen wurde Material der Kritischen Orientierungswochen an der FU (KorFU) sowie Plakate linker Hochschulgruppen mit Hinweisen auf Veranstaltungen zu Rojava und linker Theorie wiederholt Zielscheibe rechtsradikaler Angriffe. Mehrere Poster wurden mit dem Lambda Symbol der neofaschistischen „Identitären Bewegung“ sowie mit dem Symbol der Falange – der spanischen faschistischen Partei Francos – übersprüht und somit zerstört.

Dieser Angriff steht nicht für sich allein, sondern reiht sich ein in alle Vorfälle, die in Zusammenhang stehen mit einer bundesweit immer mutiger werdenden rechtsradikalen Bewegung. Die Verharmlosung rassistischer, neonazistischer und faschistischer Einstellungen durch staatliche Institutionen führt dazu, dass Faschist*innen aller Art so offen auftreten können, wie es lange nicht für möglich gehalten wurde. Diese Verharmlosung ist in direkter Konsequenz mitverantwortlich für die scheußlichen Morde, wie wir sie erst vor kurzer Zeit in Halle wieder miterleben mussten.

Wir verurteilen diese Attacke als direkten Versuch der Einschüchterung der Studierendenschaft und der Beschäftigten der Universität, um neonazistischen Gruppen einen Raum an der Universität zu schaffen. Dabei ist es besonders wichtig, die KorFU als ein selbstorganisiertes und antifaschistisches Projekt der Studierendenschaft zu verteidigen, da es allen reaktionären Positionen der neuen und alten Rechtsradikalen entgegensteht.

Wir sehen es als unsere Aufgabe an zu gewährleisten, dass die Universität ein Ort bleibt, in dem es keinen Raum für faschistische, Frauen- und LGBTIQ*-feindliche, rassistische, antisemitische oder antimuslimische Hetze gibt und rufen alle Studierenden und Beschäftigten dazu auf, sich zu organisieren und sich an antifaschistischen Aktivitäten an der Uni und überall sonst zu beteiligen, um es nicht zuzulassen, dass Rechte sich mit ihrem ideologischen Nährboden für Gewalttaten an der Uni ausbreiten können.

Deswegen sagen wir:
Kein Fußbreit dem Faschismus!
Für eine antifaschistische Universität!

Hochschulgruppe Organize:strike
FSI Geschichte FU Berlin
Rotes Café
Fachschaftsinitiative AVL der FU Berlin
Kritische Jurist_innen der FU Berlin
ver.di Betriebsgruppe an der FU Berlin
FSI Informatik
FSI Germanistik FU Berlin
FSI Sprache und Gesellschaft