Archiv für den Monat: November 2016

Bericht aus dem Institutsrat vom 17.11.16

Bibliothek am FMI/KHI:

Neue Leitung: Frau Tarnow.

Es wird zum neuen Jahr hin eine neue Bibliotheks-Software eingeführt: ALMA. Diese ist angeblich besser angepasst auch an digitale Medien und wird von FU, HU und TU gemeinsam übernommen. Es gab im Vorfeld Bedenken zu Verschlüsselung und Datenschutz, nach einer zweijährigen Testphase seien diese aber nun ausgeräumt, so Frau Tarnow.

Eine gute (und ziemlich unbemerkt vollzogene) Neuerung für Studierende: Die Leihzeiten der Bib, die ja eigentlich eine Präsenzbibliothek ist, wurden verlängert: So ist es nun möglich, Bücher morgens auszuleihen und erst am Abend des Folgetages zurückzugeben. (Früher nur am Wochenende und über Nacht)

Probleme mit Urheberrechten im Lehrbetrieb (VG Wort):

Die Senatsverwaltung für Wissenschaft bezahlte früher immer einen Pauschalbetrag für die Nutzung von Medien in der Lehre. (Blackboard etc.). Nun soll das aber nach Einzelfall abgerechnet werden, d.h. Dozierende müssen angeben, wie viele Seiten pro Werk für wie viele Studierende zugänglich gemacht werden sollen. Das ist ein hoher Aufwand und verursacht höhere Kosten, die zusätzlich auch nicht mehr von der Senatsverwaltung getragen werden. (Würde nur Pauschale übernehmen).

Das heißt: Es können in Seminaren nur noch Texte genutzt werden, die ohnehin online über einen FU-Account abgerufen werden können. Und es muss wieder mit Kopiervorlagen und Handapparaten gearbeitet werden. Die Regelung tritt zum 1.1.2017 in Kraft, bis dahin werden alle Texte aus Blackboard gelöscht werden. Daher solltet ihr alle Texte, die ihr noch benötigt, bis dahin runtergeladen haben.

Die FSI Geschichte verurteilt dieses Vorgehen aufs Schärfste! Die Umsetzung der Beschlüsse wäre wissenschaftsunfreundlich, wenn nicht sogar wissenschaftsfeindlich und ein großer Rückschritt für die (digitale) Lehre. Die Kosten würden dann auf die Studierenden abgewälzt. (Kopierkosten und erheblicher Zeitaufwand in ohnehin überfüllten Kopierzentren). Ihr solltet ab nächsten Jahr versuchen, auf eure Dozent_innen dahingehend einzuwirken, dass sie solche „halblegalen“ Umgehungsmöglichkeiten, wie die Verbreitung von Texten per E-Mail oder in Copy-Shops ausliegenden Handapparaten, nutzen.

Am 22.11. wird sich im AStA-Plenarraum eine studentische Arbeitsgruppe treffen, um Ideen für ein weiteres Handeln auszuarbeiten.

Kommt zum Planungstreffen und beteiligt euch an den folgenden Protesten!

Offenes Plenum

Am kommenden Dienstag, den 08.11., laden wir um 14 Uhr zum offenes Plenum im Histo-Café ein! Ihr seid herzlich eingeladen, mal unverbindlich reinzuschnuppern und die Arbeit der FSI kennenzulernen. Auch eigene Ideen, etwa bezüglich des Histo-Kinos oder anderer Veranstaltungen und Aktionen dieses Semester, sind sehr willkommen.

Falls ihr später dazustoßen wollt, ist das auch kein Problem. Das Plenum findet von nun an immer im 2-Wochen-Rhythmus an diesem Ort statt.

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Aus den Schubladen: Hermann, Siegfried, Dolchstoß

Eine Veranstaltung aus der Reihe ,,Aus den Schubladen“

,,Aus den Schubladen“ ist eine von der FSI Geschichte initiierten Veranstaltungereihe für das Wintersemester 16/17. Mit dem Anspruch studentische Arbeiten (von der Hausarbeit bis zur Masterarbeit) aus dem Bereich der Geschichtswissenschaften zu präsentieren, wollen wir das erarbeitete Wissen der Studierenden nicht den Aktenschränken überlassen, sondern in Vorträgen von den Verfasser*innen präsentieren und zur Diskussion stellen lassen.


Wir freuen und deshalb euch …
am Mittwoch, dem 09.11.2016, um 18 Uhr
im Raum A124 des Friedrich-Meinecke-Instituts (Koserstr. 20)

… den Vortrag

,,Hermann, Siegfried, Dolchstoß – Die Varusschlacht im politischen Diskurs der Weimarer Republik“ vorgestellt von Meas Wolfstatze präsentieren zu können.

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Häufig wird die Narration der Geschichte Deutschlands mit Hermann dem Cherusker und der Varusschlacht begonnen. Ihm wird nachgesagt, die Stämme der Germanen geeint zu haben, bevor er einem Meuchelmord aus der eigenen Familie zum Opfer fiel. Noch heute wird er von vielen populärwissenschaftlichen Sendungen und Artikeln in dieser Rolle gedeutet und der Blick auf ihn durch Mystifizierung getrübt. Noch heute nimmt er in dieser Rolle vor allem für Nationalkonservative und Neonazis die Position eines Nationalhelden ein. Hochkonjunktur hatten entsprechende Deutungen während der Weimarer Republik, als Nationalist*innen unterschiedlichster Couleur sich durch die Novemberrevolution, die Ausrufung der Republik und den Vertrag von Versailles um ihre Chance auf einen Sieg im Weltkrieg gebracht sahen. Die Dolchstoßlegende ließ sich auf wunderbare Weise mit dem Mord an Hermann verbinden.

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Der Eintritt ist frei und der Veranstaltungsort barrierefrei zu erreichen.
Die FSI Geschichte freut sich über euer Kommen und einen spannenden Vortrag.

Kein Unirahmenvertrag – Wissen ist für alle da!

Wir dokumentieren den Aufruf, welchen wir unterstützen:

* Demonstration am Freitag, 04. November 2016 *

Wir treffen uns um 15 Uhr vor dem Büro der VG Wort.

Liebe Genoss*innen, Freund*innen, Dozent*innen und Student*innen,

im Zeitalter der Digitalisierung sind selbstverständlich auch die Hochschulen angekommen. Heute stellen fast alle Dozent*innen Lehrmaterialien auf Online-Plattformen wie Moodle zur Verfügung. Die Vorteile sind offensichtlich: mehr Barrierefreiheit und geringere Anschaffungskosten für Studierende, ein sinkender Papierverbrauch und keine abgenutzten und unvollständigen Semesterapparate.

Das wird ab dem 1. Januar 2017 ein Ende finden. Durch den neuen Rahmenvertrag zwischen der Kultusministerkonferenz (KMK) und der Verwertungsgesellschaft Wort (»VG Wort«) werden Hochschulen künftig gezwungen, jeden bereitgestellten Text einzeln abzurechnen. Ein absurder bürokratischer Mehraufwand, der es den Universitäten rechtlich geradezu unmöglich machen wird, Literatur digital bereitzustellen. Lehrmittel werden in die Ketten eines veralteten Urheberrechts gelegt.

Die Konsequenzen daraus hat bereits ein Pilotprojekt der Universität Osnabrück sichtbar gemacht: Lange Schlangen am Kopierer, schwer zugängliche Lehrmaterialen, von denen stets zu wenige vorhanden sind, Wettkämpfe um das letzte Buch. Wer es sich nicht leisten kann, Lehrmaterialien selbst zu kaufen, rivalisiert mit seinen Kommiliton*innen. In seiner Konsequenz zementiert der Unirahmenvertrag ein Prinzip des letzten Jahrtausends: Gute Bildung als Privileg der ökonomisch Bessergestellten.

Wir wollen uns mühsam erkämpfte Wissenszugänge nicht zugunsten eines antiquierten Urheberrechts zunichte machen lassen!

Deswegen werden wir am Freitag, den 04. November um 15 Uhr vor dem Berliner Büro der VG Wort am Potsdamer Platz demonstrieren.
Verbreitet diesen Aufruf und ladet eure Freund*innen ein!