Archiv für den Monat: Juli 2008

Geschichte wird gemacht!?

Unter diesem Titel läuft in diesem Sommer die beliebte Themenfahrt der FSI Geschichte.
Wir wollen uns in diesem Jahr mit dem Thema ‚Geschichtsrevisionismus‘ auseinandersetzen und haben dafür ein paar exquisite Workshops für Euch/Uns zusammengestellt, die sich verschiedenen Aspekten des Themas widmen. Diese wollen wir gemeinsam so anordnen, dass jede_r die Möglichkeit hat teilzunehmen, wo er/sie möchte. Natürlich wollen wir auch die Semesterferien einleiten, es gibt genug Zeit für in der Sonne liegen, im See baden, kochen, chillen und feiern.

Es wird insgesamt 5 Workshops geben zu folgenden Themen:

Workshop I: Geschichtsrevisionismus – was ist das eigentlich?
Die Definitionsauseinandersetzung ist besonders bei schnell dahergesagten Wörtern wichtig. Damit wir bei unseren Diskussionen wissen, welche Möglichkeiten und Deutungen der Begriff „Geschichtsrevisionismus“ tragen kann, wollen wir uns zu Beginn darüber verständigen.

Workshop II: Historikerstreit – Gegen die ‚Entsorgung der deutschen Vergangenheit‘
Der Historikerstreit war in den Jahren 1986 und 1987 die in der Öffentlichkeit ausgetragene Debatte über die Einordnung der nationalsozialistischen Judenvernichtung. Es geht um nationale deutsche Identität, um „Geschichtsbewusstsein“, um die Beschwörung eines nationalen Konsens in Deutschland und um die Entsorgung der dazu nicht passenden Vergangenheit.

Workshop III: Kontinuitäten kolonialer und rassistischer Diskurse
1. Teil: (Post)-Koloniale Repräsentationen und Diskurse
Koloniale und rassistische Diskurse über „unzivilisierte Völker“ und die zivilisierende Mission des „weißen Mannes“ erscheinen aus heutiger Sicht anachronistisch. Doch der in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hegemonial gewordene Entwicklungsdiskurs weist zahlreiche Kontinuitäten zum Kolonialdiskurs auf, denen es lohnt nachzugehen.
2. Teil: Suche nach deutscher Kolonialgeschichte
Von der deutschen Kolonialgeschichte erfährt mensch heutzutage recht wenig. In den Schulen z.B. wird sie vielleicht mit einem Satz erwähnt – dann aber nicht weiter behandelt – was machen schon 20-30 Jahre der Weltgeschichte aus.Wir wollen uns anhand von Filmen, Postkarten, Bildern und Texten aus der deutschen Kolonialzeit einerseits und „postkolonialer“ aktueller Forschungsliteratur kritisch mit dem Thema auseinandersetzen und auch nach Erinnerungsorten in Berlin suchen, die oft untergehen oder im alltäglichen Leben so fest verankert sind, dass sie gar nicht mehr auffallen, wie z.B die U-Bahn-Haltestelle „Mohrenstraße“, die Wissmannstraße in Neukölln oder die Petersallee im sogen. „Afrikanischen Viertel“.

Workshop IV: Moderne Medien als Mittel der Geschichtsverdrehung
Bewegte Bilder prägen das Geschichtsbild der Gesellschaft und dienen zur allgemeinen Geschichtsvermittlung, dennFilme machen die Geschichte „lebendig“. Eingebrannte Celloloidgeschichtsbilder überlagern die kritische Betrachtung der Geschichte. So vermischen sich häufig behauptete Geschichtsschreibung und ungehemmte Kolportage. Wir möchten Fragen nachgehen wie: Welche Geschichtsbilder sind durch Medien verwischt und verändert und warum? Sind die geschichtlichen Fakten nur aus Gründen der Spannungskurve und der Einschaltquoten verdreht? Welche Macht haben geschichtliche Filme auf die Gesellschaft? Wie kann die Geschichtswissenschaft mit solchen Filmen umgehen?Wie weit darf die Geschichte durch Storyboards verändert werden?

Workshop V: Holocaustleugnung – Die Holocaustkonferenz 2006 in Teheran
Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden 5,6 bis 6,3 Millionen Juden ermordet, systematisch und mit dem Ziel ihrer völligen Auslöschung. Nun gibt es eine revisionistische Tendenz, die die Behauptung aufstellt, dieser Völkermord habe nicht stattgefunden oder sei nur ein gewöhnlicher Massenmord oder Massensterben ohne historische Besonderheiten gewesen. Wir wollen uns mit den grundsätzlichen Argumenten der Holocaustleugnung auseinandersetzen, außerdem auf die revisionistische Holocaustkonferenz Dezember 2006 in Theheran eingehen.

Die Fahrt findet vom 18. bis 21. Juli 2008 statt, dabei geht es in ein Ferienhaus im idyllischen Werder bei Berlin, das mit dem ABC-Ticket erreichbar ist. Es gibt einige Schlafplätze im Haus, ansonsten werden wir im Garten zelten. Für Essen, Orga und Unterkunft seid ihr mit nur 5 Euro dabei.
Außerdem wird es ein Vortreffen zur Fahrt am 14. Juli um 20 Uhr im ‚Bandito Rosso‘ (Lottumstr. 10a, zwischen U8 Rosenthaler Platz und U2 Rosa-Luxemburg-Platz) geben. Dort werden Details vorbesprochen und die Reader verteilt, welche wir für die Fahrt angefertigt haben. Wenn ihr mitfahren wollt, aber zum Vortreffen keine Zeit habt, könnt ihr uns auch gerne eine Mail an fsigeschichte[ätt]web.de schreiben.

Die FSI präsentiert „Der Zug des Lebens“

Allzweiwöchentlich findet bekannterweise das Histo-Kino der FSI Geschichte statt. So auch wieder in dieser Woche, am Donnerstag den 10.07. ab 21 Uhr, im Bandito Rosso/ Lottumstr. 10a. Gezeigt wird der Film „Zug des Lebens“ von Radu Mihaileanu, der sich in dieser Tragikkomödie dem Thema der Shoa mit den Mitteln der Groteske annähert. Ein kurzer Einblick in den Film:

1941 in einem osteuropäischen Shtetl – Die Einwohner_innen erfahren von der nahenden Deportation. Als der Tat der Weisen diskutiert, was zu tun ist, kommt Scholomo die Idee: die Bewohner_innen des Shtetls sollen ihre eigene Deportation vortäuschen mit dem Ziel Palästina. Die Gemeinde kauft einen Zug, zwanzig Männer kleiden sich in deutsche Uniformen, lernen deutsch und eines Nachts setzt sich der Zug mit allen Shtetlbewohner_innen in Bewegung.

Anschließend bleibt noch genug Zeit um sich über den Film auszutauschen oder einfach den Abend ausklingen zu lassen. Für Getränke ist gesorgt, Eintritt wie immer frei.

Die FSI präsentiert „Der Zug des Lebens“

Allzweiwöchentlich findet bekannterweise das Histo-Kino der FSI Geschichte statt. So auch wieder in dieser Woche, am Donnerstag den 10.07. ab 21 Uhr, im Bandito Rosso/ Lottumstr. 10a. Gezeigt wird der Film „Zug des Lebens“ von Radu Mihaileanu, der sich in dieser Tragikkomödie dem Thema der Shoa mit den Mitteln der Groteske annähert. Ein kurzer Einblick in den Film:

1941 in einem osteuropäischen Shtetl – Die Einwohner_innen erfahren von der nahenden Deportation. Als der Tat der Weisen diskutiert, was zu tun ist, kommt Scholomo die Idee: die Bewohner_innen des Shtetls sollen ihre eigene Deportation vortäuschen mit dem Ziel Palästina. Die Gemeinde kauft einen Zug, zwanzig Männer kleiden sich in deutsche Uniformen, lernen deutsch und eines Nachts setzt sich der Zug mit allen Shtetlbewohner_innen in Bewegung.

Anschließend bleibt noch genug Zeit um sich über den Film auszutauschen oder einfach den Abend ausklingen zu lassen. Für Getränke ist gesorgt, Eintritt wie immer frei.

Die FSI präsentiert „Der Zug des Lebens“

Allzweiwöchentlich findet bekannterweise das Histo-Kino der FSI Geschichte statt. So auch wieder in dieser Woche, am Donnerstag den 10.07. ab 21 Uhr, im Bandito Rosso/ Lottumstr. 10a. Gezeigt wird der Film „Zug des Lebens“ von Radu Mihaileanu, der sich in dieser Tragikkomödie dem Thema der Shoa mit den Mitteln der Groteske annähert. Ein kurzer Einblick in den Film:

1941 in einem osteuropäischen Shtetl – Die Einwohner_innen erfahren von der nahenden Deportation. Als der Tat der Weisen diskutiert, was zu tun ist, kommt Scholomo die Idee: die Bewohner_innen des Shtetls sollen ihre eigene Deportation vortäuschen mit dem Ziel Palästina. Die Gemeinde kauft einen Zug, zwanzig Männer kleiden sich in deutsche Uniformen, lernen deutsch und eines Nachts setzt sich der Zug mit allen Shtetlbewohner_innen in Bewegung.

Anschließend bleibt noch genug Zeit um sich über den Film auszutauschen oder einfach den Abend ausklingen zu lassen. Für Getränke ist gesorgt, Eintritt wie immer frei.