Archiv für den Monat: Mai 2008

TU-AStA wieder links!

Wie wir aus einer Pressemitteilung des „Breiten Linken Bündnisses“ von Hochschulgruppen an der TU erfahren, existiert nun auch an der TU Berlin wieder einen linken AStA. Nachdem der CDU-Hochschulverband RCDS über zwei Jahre hinweg dafür gesorgt hatte, dass es überhaupt keine arbeitsfähige Interessenvertretung an der TU gab. Schon in seiner Amtszeit leistete der RCDS faktisch keine positive Arbeit für die Studierenden, und nach einer Abwahl weigerten sich die Konservativen schlicht, ihre Sessel zu räumen. In der Pressemitteilung aus der TU heißt es dazu:

Am 23.05.2008 wird, mit zehnmonatiger Verspätung, das im Juni 2007 gewählte Studierendenparlament konstituiert. Wegen eines unsäglichen juristischen Tauziehens, durch den RCDS verursacht, verzögerte sich dies in nicht hinnehmbarer Weise. Nur durch eine Ersatzvornahme durch den Präsidenten der TU Berlin, wurde nun die letztinstanzliche Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Berlin vom 10.4.08 umgesetzt und gab so der bisher vom Breiten Linken Bündnis vertretenen juristischen Auffassung recht. Damit ist auch der Weg frei für die Konstituierung eines neuen AStA und der anderen nicht mehr funktionsfähigen Organe der Studierendenschaft. Dadurch geht die anderthalbjährigen Periode der destruktiven RCDS-Vertretung zu Ende und die gewählte Mehrheit, gestellt durch das Breite Linke Bündnis, kann eine Politik im Sinne der Studierenden wieder aufnehmen.

Neben der Abschaffung der Sozialberatung und dem Verkauf der AStA-eigenen Druckerei sorgte der RCDS vor allem durch die Rückgabe der geräumigen TU-AStA-Villa dafür, dass die studentische Infrastruktur an der TU nachhaltig beschädigt wurde.

Für das „Breite Linke Bündnis“, das nun wieder den TU-AStA stellt, bedeutet dies einen schweren Neuanfang, für die Studierenden der TU eine wahrscheinlich noch auf längere Zeit geschwächte Interessenvertretung. Dementsprechend veröffentlichte das neue Stupa der TU in seiner ersten Sitzung am 23. Mai eine Resolution, in der es andere Hochschulen ausdrücklich vor einer Zusammenarbeit mit dem RCDS warnte:

Diese Erklärung soll dazu dienen andere Hochschulgruppen davor zu warnen mit dem RCDS zusammen zu arbeiten. Der Vorsitzende des AStA der TU Berlin war gleichzeitig auch Bundesvorsitzender des RCDS. Eine Distanzierung oder Worte des Bedauerns konnte man aber auch von dort nicht vernehmen. Gerade in Situationen der geplanten und teilweise schon durchgeführten Umstellung der universitären Breiten – Hochschulbildung zum Bezahlstudium für Elitenbildung brauchen die Studierenden starke und engagierte Asten. Der RCDS hat sich von der Hochschulpolitik für Studierende verabschiedet.

Weitere Informationen zur Lage an der TU finden sich auf der Homepage des Breiten Linken Bündnisses: www.breilibue.org

Aktionen und Party am Institut!

Diese Woche, vom 19.-23.5. wird an der FU eine Aktionswoche stattfinden. An der ganzen Uni sollen Workshops zur Situation an der FU, Seminare zur allgemeineren Hochschulpolitik und Veranstaltungen zu Themen geben, die im Bachelor-Alltag immer weniger oder schon gar keinen Raum mehr haben. Zudem soll in lebenspraktischen, allgemein- und stadtpolitischen Veranstaltungen über den universitären Tellerrand hinausgeschaut werden. Wichtig ist uns außerdem, die Uni nicht nur als Lern-, sondern auch als Lebensraum zu begreifen. Deshalb wollen wir gemeinsam Kochen, tanzen, Spaß haben.
Nachdem schon in der letzten Woche im Innenhof der Silberlaube ein Camp stattgefunden hat, wird ab Montag dort wieder ein Freiraum sein, für Workshops, Gespräche, Diskussionen, spontane Aktionen, gemeinsames Kochen und vieles mehr sein. Und das bei (hoffentlich) tollem Wetter, Grillen, Musik und netter Atmosphäre! Die bis jetzt feststehenden Veranstaltungen, findet ihr unter www.uniprotest.de, aber es können noch viele dazukommen und es ist immer Raum für spontane Aktionen!

Neben der allgemeinen Ankündigung möchten wir noch speziell auf zwei von der FSI mitorganisierte Veranstaltungen hinweisen, die sich mit der Geschichte der FU beschäftigen.

Am Dienstag, 20.5. von 16-18 Uhr gibt es im Hörsaal B in der Koserstraße die Veranstaltung „Dahlemer Erinnerungsorte und Kritische Geschichte der FU“ mit Prof. Wolfgang Wippermann und Studierenden. Hier werden verschiedene Denk- und erinnerungswürdige Orte an und um die FU vorgestellt, die wenigsten sind mit Gedenktafeln gekennzeichnet. Zu nennen wären die „Rassenforschung“ sowie die NS-Atomwaffenforschung in den heute zur FU gehörigen Gebäuden der ehemaligen „Kaiser
Wilhelm-Gesellschaft“, aber auch die Umstrittene Namensgebung des Henry-Ford-Bau und anderes.

Am Freitag, dem 23.5 können dann die Erinnerungsorte auch in Natura besichtigt werden: um 14 Uhr startet vor dem AStA in der Otto von Simson Str. 23 (gegenüber Mensa-Eingang Silberlaube) ein historischer Campusrundgang. Themen sind hier ebenfalls die NS-Vorgeschichte der FU, aber auch 1968 und der Kalte Krieg. Wir machen zB. einen Abstecher zum Grab von Rudi Dutschke, berichten von legendären Rektorats- und Institutsbesetzungen in den letzten 40 Jahren und diskutieren über das neue „Freiheitsdenkmal“ das seit 2007 unseren Campus ziert….

Anläßlich des Weltschildkrötentags und als glorreicher Abschluss derAktionswoche will die FSI mit euch gemeinsam das Institut rocken! Die Festivität findet statt am 23.5.08 ab 21 h in der Koserstraße 20 – also ein Heimspiel! Es gibt Musik (80er/90er-Hits, (Punk-)Rock und Politkram) von diversen DJs und Djanes sowie Essen und Bier für 1 Euro…
Kommt vorbei und erlebt das träge FMI mal anders!!

Zweite Instituts-VollVersammlung erarbeitet Forderungskatalog

Nach dem Wunsch der ersten Instituts-VollVersammlung dieses Semesters, sich noch einmal zu treffen um konkrete Forderungen der Studierenden auszuarbeiten, gab es heute ein zweites Treffen am FMI. Leider waren es trotz Flyer und großem Transparent in der Eingangshalle nur Wenige die sich um 12 Uhr im Raum A125 einfanden.
Nichtsdestotrotz konnten einige Ideen gesammelt werden. Ergebnis der zweiten Versammlung ist ein Forderungskatalog der verschiedenste Probleme am Institut – und auch darüber hinaus – lösen soll:

1.Eine flexiblere Gestaltung des Studiums
Der exemplarische Studienverlaufsplan sieht momentan die Absolvierung eines Moduls innerhalb von zwei Semestern vor. Dies bedeutet, dass Vorlesung und Seminar in den grundliegenden Modulen innerhalb eines Jahres absolviert werden müssen – ansonsten droht ein erhöhter verwaltungstechnischer Aufwand um die Prüfungsleistungen anzuerkennen und das Modul abzuschließen. Hier muss quasi eine „zeitliche Öffnung“ der Module stattfinden. JedeR Studierende muss die Wahl haben, wann er welchen Kurs belegen möchte ohne dabei in den Sümpfen der Bürokratie zu versinken.
Außerdem wurde eine bessere Lehrplanung gefordert. Kritik an sich überlagernden Seminaren und Vorlesungen, welche im selben Semester empfohlen werden, wurde laut. Hinzu kommt das Problem der knappen Seminarkonzeptionen. So wurden beispielsweise in dem Modul „Einführung in die Geschichte des Mittelalters“ in diesem Semester nur vier Seminare á 30 TeilnehmerInnen angeboten, bei über 150 Studierenden die sich hier, als Folgeveranstaltung der Vorlesungen im vergangenen Semester, anmelden wollten. Es ist dabei erfreulich, dass die Dozierenden mit dem Problem vernünftig und studierendenfreundlich umgingen, indem sie alle Interessierten ohne große Hürden aufnahmen, die nicht im Campus Management unterkamen. Dass es jedoch erst so weit kommen musste und im Endeffekt Seminare mit über 50 TeilnehmerInnen gefüllt sind sollte jedoch für die Lehre eine Lehre sein. Also: Mehr Seminare! Lieber 15 Studierende in produktiver Atmosphäre als 50 in überfüllten Massenveranstaltungen!
Als dritter Punkt dieses Komplexes wurde eine stärkere Einbeziehung der Studierenden in die Lehrinhalte gefordert. Auch innerhalb der Seminare und Vorlesungen muss Mitspracherecht über Themen und Inhalte gewährleistet sein. Eine interaktive Ausarbeitung von Lehrkonzeptionen befriedigt nicht nur die individuellen Bedürfnisse der TeilnehmerInnen sondern schafft eine angenehmere Arbeitsatmosphäre und zeigt eventuell auch für Dozierende bisher unberücksichtigte Ansätze auf.

2.Tutorien
Im Institutsrat wurde der Vorschlag eingebracht Tutorien begleitend zu den Bachelor-Einführungs-Vorlesungen anzubieten. Grundlegend ist dies natürlich erfreulich. Allerdings nicht um jeden Preis: Die Tutorien dürfen nicht verpflichtend sein – abgesehen des allgemeinen Unsinns von Anwesenheitslisten lehnen wir eine weitere Verschärfung der Anwesenheitspflichten ab. Ebenso sollte selbstverständlich sein, dass die Tutorien begleitend – und das im wahrsten Sinne des Wortes – sein müssen. Prüfungsrelevante Lehre gehört nach wie vor in die Vorlesungen. Desweiteren sollen Studierende als TutorInnen angestellt werden. Dies selbstverständlich bezahlt nach studentischem Tarif.

3.Prüfungsordnung/ Maluspunkte
Momentan sieht die Prüfungsordnung der Geschichte keinen geregelten Umgang mit Wiederholungsprüfungen vor. Es gibt weder Maluspunkte, noch einen feste Zahl an Wiederholungen. Vor allem von professoraler Seite wird im Instituts- und Fachbereichsrat auf eine konkrete Regelung gedrängt. Falls dieser Zustand verändert werden muss, fordern wir:
– die Möglichkeit jederzeit von seinen Modul- und Prüfungsanmeldungen ohne Probleme oder weitere Folgen zurücktreten zu können
freiwillige Möglichkeiten der Wiederholungsprüfungen
flexiblere Prüfungsformen (z.B. bei Wunsch mündliche Prüfung statt Klausur für Studierende die deutsch nicht als Muttersprache sprechen)

Außerdem wurde einmal mehr Unmut über das teure und fehlerhafte Campus Management laut, auch dass jeder Kurs mit einer Prüfung zu beenden ist, wobei in anderen Studiengängen komplette Module mit einer einzigen Prüfung abgeschlossen werden, wurde diskutiert, jedoch ohne einen Konsens zu finden.

uniweite Vollversammlung am 7.5.

Wer kennt das nicht? Überfüllte Seminare in viel zu kleinen Räumen, das Hin- und Hergerenne zwischen verschiedenen Prüfungsbüros, im Campus Management klappt mal wieder die Seminaranmeldung nicht, Zentralbibliotheken, die nicht (mehr) die Bücher haben, die man sucht, Prüfungsstress oder die Angst vor der Einführung der Studiengebühren. Zu diesen nervenraubenden Studienbedingungen kommt noch der Druck der Regelstudienzeit und zu hohe Leistungsanforderungen in den neuen BA- und MA-Studiengängen. Und der Ruf dieser Abschlüsse ist immer noch fragwürdig. Lehrmittelkürzungen sorgen dafür, dass das Lehrniveau sinkt und das Studienangebot empfindliche Einschnitte erfährt, weil kleinere, nicht gewinnbringende Studiengänge einfach weggekürzt werden. Ein neues Semester geht los doch die Probleme sind die alten und bekannten.
Mit der Schärfe der Veränderungen wächst natürlich auch der Protest gegen sie, Was letztes Semester mit einem Aktionstag und einer Demo von immerhin 500 Studierenden begann, soll dieses Semester mit Vollversammlungen, Aktionen und einer Aktionswoche fortgeführt werden. Deshalb soll es am 7.5. um 14.00 in Hörsaal 1a (Silberlaube) eine uniweite Vollversammlung der Studierenden geben.
Wir wollen alles sammeln, was uns nicht gefällt und es unmöglich macht, frei und selbstbestimmt zu studieren und gemeinsam überlegen, was wir tun können.

Geschichts-Vollversammlung am 8. Mai

Geschichte wird gemacht – am FMI in diesem Sommersemester. Die erste Vollversammlung am Institut Ende April brachte bereits Themen wie die lästigen Anwesenheitslisten, die ständigen Schwierigkeiten mit Campus Management, Haushaltskürzungen an allen Ecken und Enden die sich weiter negativ auf die Lehre auswirken, Zusammenlegungen und damit verbundene Verringerungen der Bibliotheksbestände und zahlreiche weitere Probleme zusammen.

Nicht nur um dem „Protestsemester 2008“ gerecht zu werden, sondern vor allem um der Hoffnung vom selbstbestimmten Studium ohne sinnlose Barrieren und Stolpersteine näher zu kommen, gilt es nun aktiv zu werden. Die FSI Geschichte und Kunstgeschichte rufen auf zur:

Instituts-VollVersammlung

Do 08.05.08 – 12 Uhr – Raum A125