Archiv für den Monat: März 2008

Leitfaden gegen Zwangsberatung aktualisiert

Bei einem genauen Blick auf die AStA-Homepage fand sich anfang März eine unscheinbare, aber doch sehr erfreuliche Änderung: der seit Sommer 2007 dort einsehbare „Leitfaden gegen Zwangsberatung“ wurde aktualisiert und liegt nun in einer neuen Fassung vor. Spannend ist insbesondere die Tatsache, dass laut Leitfaden in der ersten Hauptstudiums-Zwangsberatung keine Auflagen erteilt werden dürfen:

Zwei Semester nach Überschreiten der Regelstudienzeit eine weitere Prüfungsberatung, die erste Prüfungsberatung im Hauptstudium. Bei verspäteter Zwischenprüfung verlängert sich die Frist, d.h. eure Zeit fürs Hauptstudium verkürzt sich bei verzögerter Zwischenprüfung nicht. In dieser ersten Hauptstudiums-Prüfungsberatung dürfen jedoch keine Auflagen erteilt werden! Dieses Faktum ist sehr unbekannt, daher sei noch einmal deutlich auf die „Richtlinien“ und die Satzung für Studienangelegenheiten (SfS) verwiesen. Beide Dokumente erwähnen Auflagen nur im Zusammenhang mit den Beratungen zur Zwischenprüfung (§ 13 Abs. 4 Nr 1 der SfS) sowie zur „Abschlussberatung“ ( § 13 Abs. 6 der SfS).

Wenn sich das herumspricht, wird es so manch einem Studierenden ziemlichen Ärger ersparen, denn unseres Wissens nach werden an vielen Fachbereichen, auch in Geschichte, ganz ungeniert in dieser ersten Prüfungsberatung Auflagen verteilt. Die meisten Profs haben die entsprechenden Rechtsgrundlagen nie gelesen und verteilen ihre Maßnahmen ganz nach erzieherischem Gutdünken.
Jedoch sind nicht in allen Beratungen Auflagen legal – der AStA fasst zusammen:

Auflagen sind legal in den Beratungen zur Zwischenprüfung, wenn keine Scheine aus dem letzten Jahr vorliegen, legal sind sie ausserdem in der ersten und allen weiteren Abschlussberatungen. Nicht legal ist eine Auflagenerteilung in der ersten Prüfungsberatung bei Überschreiten der Regelstudienzeit.

Wichtig im Merkblatt sind auch die Absätze zum Thema, welche Art von Auflagen legal sind. Auch hier gibt es Regeln und Grenzen. Da wir diese Ausführungen hier nicht wiederholen wollen, sei dieser Leitfaden allen Langzeitstudis und von Zwangsberatung genervten leuten unbedingt zur Lektüre empfohlen!

Ihr findet ihn unter: http://www.astafu.de/service/info/zwangsberatung/leitfaden

Ein weiterer, ganz Aktueller Tipp zum Thema Beratung findet sich auf dem Blog des AStA:

Zum Abschluss für alle Last-Minute Weiterstudierwilligen: Wer bis jetzt seine Zwangsberatung für das Sommersemester noch nicht absolviert hat, kann dies noch bis zum 31.3. tun! Auch wenn in diversen Drohbriefen immer frühere Fristen genannt werden: die Beratung ist Teil der Rückmeldung, und die kann bis Semesterende durchgeführt werden. Selbst Anfang April können noch Beratungstermine vereinbart werden, sollten alle BeraterInnen über Ostern nicht erreichbar sein, die Prüfungs- und Studienbüros kennen die langsamen Abläufe an der Uni und sind in der Regel kulant.
Allerdings solltet ihr das zuständige Büro am Fachbereich und auch die Studierendenverwaltung informieren, falls ihr eure Beratungen auf den letzten Drücker abwickelt, denn sonst startet dort schon der Exmatrikulations-Automatismus.

Wenn ihr zu all dem noch Fragen habt – persönliche Beratung bei komplizierten Fällen bietet weiterhin die AStA-Hochschulberatung, deren Sprechzeiten ihr ebenfalls auf der AStA Homepage nachsehen könnt.

Antifa-Termine im Berliner Südosten


Antifa-Tressen des Antifaschistischen Bündnis Südost

10.04.2008 :: ab 21 Uhr :: Herrmannstrasse 48 (2. Hinterhof/ 1. Etage) ::
Nähe U-Bhf Boddinstrasse (U8)

… mit leckeren Cocktails, netten Menschen sowie Spiel, Spaß und
Spannung: Wer Lust hat, kann Kickern oder Karten spielen.

am 10.04.2008 und jeden 2. Donnerstag im Monat
ab 21 Uhr im Projektraum Neukölln

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Antifaschistisches Konzert „Le monde est à nous!“

19.4. :: 18 Uhr :: ABC_rocks :: Hirschgartenstrasse 14 :: Tram 60 und 61,
Bus X69 :: Nähe S-Bhf Hirschgarten

mit:

kaput krauts (HC)
Gringaloca (PopPunk/Rock)
Ginsengbonbons (Ska/Rock/Punk)
Stakeout (Ska/Rock/Punk)
Bangh Lassi (Punk/Rock)
und sonst…
… gibt’s Cocktails, Bier, Tombola mit tollen Preisen und super Info- und
Klamottenstände.

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Der 23. April – Die Rote Armee befreit Köpenick und Treptow

23.4. :: 17 Uhr :: Platz des 23. April :: Tram 27, 63 und 57, Bus 164 und 269

Am 23. April 1945 galten Köpenick und der Süden Treptows als befreit. Zwar
leisteten Reste der Waffen-SS erbitterten Widerstand – am Ausgang des
Krieges änderte dies nichts mehr. Zwölf Jahre Nationalsozialismus und
millionenfaches Morden fanden ihr Ende. Das jährliche Gedenken ist
zugleich Mahnung an den aufkeimenden Neonazismus.

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Schweigen ist Zustimmung – ein Programm des Stadttheaters Köpenick
anlässlich des 75. Jahrestages der Köpenicker Blutwoche

23.4 :: 18 Uhr :: Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche :: Puchanstrasse 12 ::
Tram 60 und 61, Bus X69 :: Nähe S-Bhf Köpenick

Das Stadttheater Cöpenick spielt Aktionstheater – ohne Bühne, ohne
Dekoration und Licht, dafür mitten unter Zuschauer_innen: Szenen über
Gewalt, Liebe, über das Miteinanderumgehen, dazwischen kurze Diskussionen
über Fragen, die uns alle angehen – zu denen wir eine Haltung beziehen
sollen. „Schweigen ist Zustimmung“ wird anlässlich des 75. Jahrestages der
Köpenicker Blutwoche, bei der hunderte Menschen von den Nazis gefoltert
und zum Teil ermordet wurden, uraufgeführt.

Mehr Infos: www.abso-berlin.tk

Bibliotheksreform schreitet voran, OSI-Bücher kommen doch in den Müll…

Einige neue Enthüllungen im Streit um die Bibliotheksreform an der FU ergaben sich in der letzten Sitzung der Kommission für Forschung und Lehre am 4.3. , von der nun ein ausführlicher Bericht auf dem blog der fachschaftsinitiativen zu lesen ist.
Das Präsidium hält weiter an der Zusammenlegung der Bibliotheken des Fachbereichs Politik und Sozialwissenschaften fest. Auch die Aussortierung von mehreren hunderttausend angeblich nicht mehr gebrauchten Büchern will man stur verfolgen. Nur die Idee, alle Bücher als Spende nach Vilnius zu schicken. Die in einer Presseerklärung vollmundig angekündigte Bücherspende nach Litauen scheitert wahrscheinlich an den Transportkosten. Die von der FSI Geschichte bereits im Dezember befürchtete „Mülltonnen-Lösung“ scheint damit wieder ausdrücklich zur Debatte zu stehen:

In Bezug auf das Vorhaben, viele Bücher aus dem FB PolSoz nach Vilnius zu schaffen, herrschte relative Unklarheit: Selbst das gesamte Präsidium unterhalb von Präsident Lenzen sei damals überrascht gewesen von dieser Pressemitteilung des Präsidenten. So fern es diese Mitteilung denn tatsächlich gegeben habe. Bibliotheksreform schreitet voran, OSI-Bücher kommen doch in den Müll… weiterlesen

Bibliotheksreform schreitet voran, OSI-Bücher kommen doch in den Müll…

Einige neue Enthüllungen im Streit um die Bibliotheksreform an der FU ergaben sich in der letzten Sitzung der Kommission für Forschung und Lehre am 4.3. , von der nun ein ausführlicher Bericht auf dem blog der fachschaftsinitiativen zu lesen ist.
Das Präsidium hält weiter an der Zusammenlegung der Bibliotheken des Fachbereichs Politik und Sozialwissenschaften fest. Auch die Aussortierung von mehreren hunderttausend angeblich nicht mehr gebrauchten Büchern will man stur verfolgen. Nur die Idee, alle Bücher als Spende nach Vilnius zu schicken. Die in einer Presseerklärung vollmundig angekündigte Bücherspende nach Litauen scheitert wahrscheinlich an den Transportkosten. Die von der FSI Geschichte bereits im Dezember befürchtete „Mülltonnen-Lösung“ scheint damit wieder ausdrücklich zur Debatte zu stehen:

In Bezug auf das Vorhaben, viele Bücher aus dem FB PolSoz nach Vilnius zu schaffen, herrschte relative Unklarheit: Selbst das gesamte Präsidium unterhalb von Präsident Lenzen sei damals überrascht gewesen von dieser Pressemitteilung des Präsidenten. So fern es diese Mitteilung denn tatsächlich gegeben habe. Bibliotheksreform schreitet voran, OSI-Bücher kommen doch in den Müll… weiterlesen

Bibliotheksreform schreitet voran, OSI-Bücher kommen doch in den Müll…

Einige neue Enthüllungen im Streit um die Bibliotheksreform an der FU ergaben sich in der letzten Sitzung der Kommission für Forschung und Lehre am 4.3. , von der nun ein ausführlicher Bericht auf dem blog der fachschaftsinitiativen zu lesen ist.
Das Präsidium hält weiter an der Zusammenlegung der Bibliotheken des Fachbereichs Politik und Sozialwissenschaften fest. Auch die Aussortierung von mehreren hunderttausend angeblich nicht mehr gebrauchten Büchern will man stur verfolgen. Nur die Idee, alle Bücher als Spende nach Vilnius zu schicken. Die in einer Presseerklärung vollmundig angekündigte Bücherspende nach Litauen scheitert wahrscheinlich an den Transportkosten. Die von der FSI Geschichte bereits im Dezember befürchtete „Mülltonnen-Lösung“ scheint damit wieder ausdrücklich zur Debatte zu stehen:

In Bezug auf das Vorhaben, viele Bücher aus dem FB PolSoz nach Vilnius zu schaffen, herrschte relative Unklarheit: Selbst das gesamte Präsidium unterhalb von Präsident Lenzen sei damals überrascht gewesen von dieser Pressemitteilung des Präsidenten. So fern es diese Mitteilung denn tatsächlich gegeben habe. Bibliotheksreform schreitet voran, OSI-Bücher kommen doch in den Müll… weiterlesen

Faschismus im Fernsehen

Über eine Geschichtsklitterung der besonderen Art berichtet das Internetportal german-foreign-policy.com – Es geht um den ZDF-Geschichtsreißer „Wilhelm Gustloff“, ausgestrahlt am 2. und 3. März.
Die „Gustloff“ war ein Ausflugsdampfer der NS-Freizeitorganisation „Kraft durch Freude“, die 1945 als Flüchtlingstransporter diente und nach einem Treffer durch ein russisches U-Boot mit über 9000 Menschen an Bord versank.
Benannt wurde der Dampfer nach einem „Märtyrer der Bewegung“ der in der Schweiz über 5000 Mitglieder für die Nazis warb, bis er 1936 in Davos von einem jüdischen Studenten ermordet wurde. Den Nazis diente dieser Fall als willkommene Propaganda.


Helden in Uniform – Standbild aus dem ZDF-Drama „Wilhelm Gustloff“

Es ist von daher ganz passend, wenn der Name Wilhelm Gustloff auch heute wieder für eine Täter-Opfer Verdrehung herhalten muss. Ohne auch nur auf die Ursachen von Krieg, Flucht und Vertreibung zu reflektieren, werden 53 Jahre nach Kriegsende die Deutschen im ZDF ganz unbefangen als Opfer des Zweiten Weltkrieges in Szene gesetzt. Das Portal german-foreign-policy.com kommentiert dazu:

Die historischen Stereotype vermischen slawophobe Ressentiments mit antikommunistischen Zerrbildern. So fliehen in dem „Gustloff“-Streifen „Massen von Menschen“ (…), um sich vor dem russischen Heer zu retten“. In dem „russischen Kessel“ laufen die deutschen Verteidiger zu wahrer Größe auf: Eine „(a)ufopfernde Marinehelferin“ in NS-Uniform, die „trotz Schicksalsschlägen stark und menschlich“ bleibt, findet ihre Liebe in einem „Kapitän mit Gewissen“. Beiden stellt sich ein „(i)gnoranter Ortsgruppenleiter“ in den Weg, dem das Leid deutscher Frauen gleichgültig ist: Marianne, „von der Flucht“ vor den heranstürmenden Russen „schwer mitgenommen“, ist „in Sorge um den Vater ihres ungeborenen Kindes, ihren Verlobten Werner, der im Krieg verschollen ist.“ Der Verschollene dürfte ein Wehrmachtssoldat in der Blutspur der NS-Massenverbrechen sein – hier wird er zum unbekannten (und unbescholtenen) Toten.
Faschismus im Fernsehen weiterlesen

1968 und die Arbeiter – Studien zum „proletarischen Mai“ in Europa

Ein Veranstaltungshinweis:

AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost/West lädt ein zur Buchvorstellung und Diskussion:

1968 und die Arbeiter – Studien zum „proletarischen Mai“ in Europa.

Die Revolten am Ende der 60er Jahre in Europa sind als Studentenbewegungen fest im allgemeinen Bewusstsein verankert, die
demonstrierenden Studenten in Paris, Westberlin oder Rom bestimmen das Bild vom Mai 1968. Wir stellen den Mythos infrage, dass es sich dabei ausschließlich um eine Revolte von Studierenden gehandelt haben soll, informieren und diskutieren mit Autoren des gleichnamigen Buches über die Rolle von Arbeitern während der 68er Proteste in Europa. Für die Diskussion sind zwei Beiträge vorbereitet, die sich mit der spezifischen Situation der Arbeiterbewegung in verschiedenen Ländern befassen und – über die Darstellungen im Buch hinausgehend – auf mögliche Ursachen und Hintergründe dieser Unterschiede verweisen. Stärker als es in den Artikeln des Tagungsbandes geschieht, werden die Referenten auf die Folgewirkungen der Arbeiterproteste bis in unsere Gegenwart eingehen und nach einem gemeinsamen Charakter dieser unterschiedlichen
Arbeiterproteste in den europäischen Ländern suchen.

* „1968“ als Zyklus von Arbeiterkämpfen zwischen 1962 und 1976
(Buchvorstellung)
Renate Hürtgen (AK Geschichte sozialer Bewegungen)

* „Proletarischer Mai“ in Westeuropa und Entstalinisierung im Osten? Zu Unterschieden und Gemeinsamkeiten von Kämpfen der Arbeiter/innen in West- und Osteuropa 1968
Bernd Gehrke (Autor und Hrsg. des Buches)

* Frankreich und Westdeutschland im Vergleich – Plötzlicher Niedergang der Utopien und rasches Ende aller emanzipatorischen Hoffnungen … ?
Willi Hajek (AK Geschichte sozialer Bewegungen)

Termin: 8. März 2008
Ort: Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Straße 4,
10405 Berlin
Zeit: 19 Uhr, Robert-Havemann-Saal

Veranstalter ist das Bildungswerk Berlin der HBS. Realisiert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.

1968 und die Arbeiter – Studien zum „proletarischen Mai“ in Europa

Ein Veranstaltungshinweis:

AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost/West lädt ein zur Buchvorstellung und Diskussion:

1968 und die Arbeiter – Studien zum „proletarischen Mai“ in Europa.

Die Revolten am Ende der 60er Jahre in Europa sind als Studentenbewegungen fest im allgemeinen Bewusstsein verankert, die
demonstrierenden Studenten in Paris, Westberlin oder Rom bestimmen das Bild vom Mai 1968. Wir stellen den Mythos infrage, dass es sich dabei ausschließlich um eine Revolte von Studierenden gehandelt haben soll, informieren und diskutieren mit Autoren des gleichnamigen Buches über die Rolle von Arbeitern während der 68er Proteste in Europa. Für die Diskussion sind zwei Beiträge vorbereitet, die sich mit der spezifischen Situation der Arbeiterbewegung in verschiedenen Ländern befassen und – über die Darstellungen im Buch hinausgehend – auf mögliche Ursachen und Hintergründe dieser Unterschiede verweisen. Stärker als es in den Artikeln des Tagungsbandes geschieht, werden die Referenten auf die Folgewirkungen der Arbeiterproteste bis in unsere Gegenwart eingehen und nach einem gemeinsamen Charakter dieser unterschiedlichen
Arbeiterproteste in den europäischen Ländern suchen.

* „1968“ als Zyklus von Arbeiterkämpfen zwischen 1962 und 1976
(Buchvorstellung)
Renate Hürtgen (AK Geschichte sozialer Bewegungen)

* „Proletarischer Mai“ in Westeuropa und Entstalinisierung im Osten? Zu Unterschieden und Gemeinsamkeiten von Kämpfen der Arbeiter/innen in West- und Osteuropa 1968
Bernd Gehrke (Autor und Hrsg. des Buches)

* Frankreich und Westdeutschland im Vergleich – Plötzlicher Niedergang der Utopien und rasches Ende aller emanzipatorischen Hoffnungen … ?
Willi Hajek (AK Geschichte sozialer Bewegungen)

Termin: 8. März 2008
Ort: Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Straße 4,
10405 Berlin
Zeit: 19 Uhr, Robert-Havemann-Saal

Veranstalter ist das Bildungswerk Berlin der HBS. Realisiert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.

Das Lied der Moorsoldaten – Ein Zeitzeugenbericht aus den Emslandlagern

Ein Hinweis auf eine interessante Zeitzeugenveranstaltung der Antifa Moabit:

75 Jahre Moorsoldatenlied: 1933-2008

Eines der bekanntesten Lieder aus dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus ist das Lied von den Moorsoldaten. Das „Lied der Moorsoldaten“ ist vor 75 Jahren, im August 1933, im Konzentrationslager Börgermoor im Emsland entstanden. Erstmals wurde es anlässlich einer von den Häftlingen selbst organisierten Kulturveranstaltung durch den Solinger Arbeitergesangsverein (der damals geschlossen inhaftiert war) vorgetragen.
Die Kulturveranstaltung war die Antwort auf die „Nacht der Latten“, einem Überfall von SS-Leuten auf eine Häftlingsbaracke. Das Lied wurde bereits zwei Tage nach der „Uraufführung“ von der Lagerleitung verboten. Trotzdem konnten Kopien aus dem Lager herausgeschmuggelt werden. Das Lied wurde als Zeugnis des antifaschistischen Widerstands auf der ganzen Welt bekannt und zur Hymne des Spanischen Bürgerkriegs.

„Dann ging es raus zur Arbeit, dann mussten wir antreten. Ich bin dann größtenteils zu dem Kuhlenkommando gekommen. Da waren so zirka 500 Gefangene, und da wurde wieder gezählt. Wenn wir da waren, nachher im Moor, auf dem Gelände, wo wir arbeiteten, da wurden wir gezählt, und ringsum war dann die Postenkette…“

Zeitzeuge Erwin Schulz erzählt

Erwin Schulz, Gewerkschafter und Mitglied in dem von den Nazis verbotenen Arbeitersportverein „Fichte“, wurde 1935 verhaftet und zu fünf Jahren Zuchthaus, wegen Vorbereitung zum Hochverrat verurteilt. Nach zwei Jahren Haft im Zuchthaus Luckau wurde er in das Strafgefangenenlager nach Börgermoor verschleppt. Hier, im Lager Esterwegen und im Lager Aschendorfermoor, wurde Erwin Schulz in den folgenden drei Jahre inhaftiert. Wie die anderen Häftlinge musste er unter schwersten Bedingungen und Schikanen seitens der SA mühsam im Moor arbeiten. 1942 wurde er für das Strafbataillon 999 der Wehrmacht zwangsrekrutiert. Schnell gelang es Erwin Schulz in Kriegsgefangenschaft der Alliierten zu geraten. 1946 konnte er
nach Deutschland zurückkehren.

Inzwischen ist Erwin Schulz 95 Jahre alt und einer der letzten Überlebenden, der über die Lager und das Lied berichten kann.

Gemeinsam wollen wir an die Entstehung dieses berühmten antifaschistischen Widerstandsliedes erinnern und über die mörderischen Arbeits- und Lebensbedingungen in den wenig bekannten Emslandlagern berichten.

Sonntag | 16.März 2008 | 17.00 Uhr
Kulturfabrik Moabit | Theaterdock

Lehrter Str. 35 | 10557 Berlin Moabit
U9 Turmstraße + 123 bis Kruppstraße / U6 Reinickendorfer Straße + Bus M27
bis Quitzowstraße / S Wedding + Bus M27 bis Quitzowstraße

Das Lied der Moorsoldaten – Ein Zeitzeugenbericht aus den Emslandlagern

Ein Hinweis auf eine interessante Zeitzeugenveranstaltung der Antifa Moabit:

75 Jahre Moorsoldatenlied: 1933-2008

Eines der bekanntesten Lieder aus dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus ist das Lied von den Moorsoldaten. Das „Lied der Moorsoldaten“ ist vor 75 Jahren, im August 1933, im Konzentrationslager Börgermoor im Emsland entstanden. Erstmals wurde es anlässlich einer von den Häftlingen selbst organisierten Kulturveranstaltung durch den Solinger Arbeitergesangsverein (der damals geschlossen inhaftiert war) vorgetragen.
Die Kulturveranstaltung war die Antwort auf die „Nacht der Latten“, einem Überfall von SS-Leuten auf eine Häftlingsbaracke. Das Lied wurde bereits zwei Tage nach der „Uraufführung“ von der Lagerleitung verboten. Trotzdem konnten Kopien aus dem Lager herausgeschmuggelt werden. Das Lied wurde als Zeugnis des antifaschistischen Widerstands auf der ganzen Welt bekannt und zur Hymne des Spanischen Bürgerkriegs.

„Dann ging es raus zur Arbeit, dann mussten wir antreten. Ich bin dann größtenteils zu dem Kuhlenkommando gekommen. Da waren so zirka 500 Gefangene, und da wurde wieder gezählt. Wenn wir da waren, nachher im Moor, auf dem Gelände, wo wir arbeiteten, da wurden wir gezählt, und ringsum war dann die Postenkette…“

Zeitzeuge Erwin Schulz erzählt

Erwin Schulz, Gewerkschafter und Mitglied in dem von den Nazis verbotenen Arbeitersportverein „Fichte“, wurde 1935 verhaftet und zu fünf Jahren Zuchthaus, wegen Vorbereitung zum Hochverrat verurteilt. Nach zwei Jahren Haft im Zuchthaus Luckau wurde er in das Strafgefangenenlager nach Börgermoor verschleppt. Hier, im Lager Esterwegen und im Lager Aschendorfermoor, wurde Erwin Schulz in den folgenden drei Jahre inhaftiert. Wie die anderen Häftlinge musste er unter schwersten Bedingungen und Schikanen seitens der SA mühsam im Moor arbeiten. 1942 wurde er für das Strafbataillon 999 der Wehrmacht zwangsrekrutiert. Schnell gelang es Erwin Schulz in Kriegsgefangenschaft der Alliierten zu geraten. 1946 konnte er
nach Deutschland zurückkehren.

Inzwischen ist Erwin Schulz 95 Jahre alt und einer der letzten Überlebenden, der über die Lager und das Lied berichten kann.

Gemeinsam wollen wir an die Entstehung dieses berühmten antifaschistischen Widerstandsliedes erinnern und über die mörderischen Arbeits- und Lebensbedingungen in den wenig bekannten Emslandlagern berichten.

Sonntag | 16.März 2008 | 17.00 Uhr
Kulturfabrik Moabit | Theaterdock

Lehrter Str. 35 | 10557 Berlin Moabit
U9 Turmstraße + 123 bis Kruppstraße / U6 Reinickendorfer Straße + Bus M27
bis Quitzowstraße / S Wedding + Bus M27 bis Quitzowstraße