Archiv für den Monat: Dezember 2007

Exzellenzen Abschaffen!

Vom 15.-17. Januar wird an der FU ein neues Studierendenparlament gewählt – dieses freudige Ereignis nehmen wir von der FSI alle Jahre wieder zum Anlass, unsere Positionen mal kurz und knackig auf Flugblättern zusammenzufassen. Eins davon zum Thema „Exzellenz“ könnt ihr jetzt schon als sneak preview lesen:

Die FU ist Exellenz-Uni geworden und alle freuen sich. Allen voran natürlich unser lieber FU-Präsident Dieter Lenzen. Das wird aus seinem Brief an die Mitarbeiter anlässlich der Kür der FU zur „Exzellenz-Uni“ mehr als deutlich:

„Wir, das bedeutet: Mein Konzept“ (Dieter Lenzens Brief an die Mitarbeiter der FU, Freitag 19.10.2007)

Mit diesem Anfang wird sofort ersichtlich, wie Dieter Lenzen die FU versteht: seine Uni, sein Konzept, seine Entscheidungsgewalt.
Die zeigt sich zum Beispiel in der Tatsache, dass vakante Professuren am FMI und JFK nicht besetzt werden, wenn die vom Institut einstimmig angenommenen KandidatInnen dem Präsidenten nicht passen. Fadenscheinige Ausreden und manch andere Verzögerungstaktik machen nicht nur am FMI aus Lehre Leerstellen.

Aber halt! Jetzt sind „wir“ ja Elite! Wird doch alles gut?

„Die uns zufließenden Geldmittel werden uns neue Möglichkeiten schaffen, Forschung auf hohem Niveau durch eigene Entscheidung in Clusters und Graduiertenschulen zu fördern.“

„Die Lehrenden dieser Universität […] haben es mehr als verdient, dass sie nun entlastet werden.“

„Ich hoffe, dass es uns auch gelingt, bei den Studierenden Verständnis dafür zu finden, dass ihre berechtigten Forderungen nach einer hochqualitativen Ausbildung an die Grenzen des finanziell und vor allem für Sie alle physisch Möglichen stoßen.“

Da können sie lange suchen!

Das Geld geht in die Forschung, die Lehre wird „entlastet“ – also gekürzt und vernachlässigt – und die Studierenden, diese lästige Verwaltungsmasse, sollen schon mal im Voraus auf Enttäuschungen vorbereitet werden.

Institute werden zusammengelegt oder geschlossen und studentische Initiativen müssen ihre Räume abgeben. Bibliotheken werden geschlossen oder zentralistisch zusammengelegt, was für die Bibliotheken des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften gerade eine Streichung von ca. 350.000 Bänden bedeutet!! Insgesamt über 50% der BA-Studierenden haben ihr Studium bislang abgebrochen, vor allem wegen der fehlenden Möglichkeit zum Fachwechsel.
Auf der anderen Seite wird Geld für Prunkbauten wie der philologischen Bibliothek herausgeschleudert, ein Public-Private-Partnership mit dem Klett-Verlag im ehemaligen Ethnologen-Bau eingerichtet sowie ein Luxushotel hochgezogen. Diese Zustände wurden nun durch das Prädikat “Eliteuniversität“ ausgezeichnet.

Statt einzelne Universitäten zu vermeintlichen „Leuchttürmen“ aufzubauen, fordert die FSI Geschichte zusammen mit dem AStA FU eine umfangreiche Ausfinanzierung aller Bildungsbeteiligten.

Schaut hinter die Fassade! Wehrt euch! Wir Sind nicht Elite!

Ausstellung zur FU-Geschichte und 1968

Während das FU-Präsidium Geschichte nur als Rohstoff für Imagekampagnen sieht, haben sich an unerwarteter Stelle andere der bewegten FU-Geschichte angenommen: Das Landesarchiv Berlin eröffnete am 14. Dezember eine Ausstellung zur Studierendenbewegung 1967/68 an unserer Uni. Die Ankündigung liest sich ganz spannend:

Die studentische Protestbewegung nahm ihren Anfang an der Freien Universität Berlin (FU), von hier breitete sie sich über die gesamte Bundesrepublik aus. Die FU war im bewussten Gegensatz zur als unfrei und undemokratisch bezeichneten Universität Unter den Linden im sowjetisch besetzten Sektor der Stadt als freiheitliche Reformuniversität 1948 gegründet worden. In allen beschlussfassenden Gremien waren die Studenten mit Sitz und Stimme vertreten. Damit unterschied sich die FU grundsätzlich von allen westdeutschen Universitäten. Die Auseinandersetzung um das „Berliner Modell“, das den Studierenden der FU weitgehende Mit- und Selbstbestimmungsrechte einräumte, begann mit dem Studentenkongress gegen die Atomrüstung im Jahre 1959.

In den folgenden Jahren weitete sich die studentische Protestbewegung weiter aus. Neben dem Widerstand gegen die politische Bevormundung durch das erstarrte Universitätssystem protestierten die Studenten gegen die Ausgrenzung „kritischer“, vor allem marxistischer Denktraditionen, gegen die Verdrängung der NS-Vergangenheit in der Bundesrepublik, gegen den Krieg der USA in Vietnam, gegen die Unterdrückung der Bevölkerung in Persien (Iran) und in anderen Diktaturen, gegen die Große Koalition unter Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger und vor allem gegen die Notstandsgesetzgebung.

[…]

Anhand von Flugblättern, Handzetteln und Plakaten der studentischen Gremien, Verbände und der Kommune I sowie von Akten über Gerichtsprozesse gegen Mitglieder der APO beleuchtet die Ausstellung vor allem die Ereignisse am 2. Juni 1967 und um den 11. April 1968 sowie die Proteste der Studenten gegen die verkrusteten Strukturen an den Hochschulen und Universitäten, den Vietnamkrieg und die Notstandsgesetze sowie die Anti-Springer-Kampagne. Bereichert wird die Schau durch Fotografien und einmaliges Filmmaterial zu den Ereignissen der beiden Jahre.

Ärgerlicherweiser firmiert das ganze unter dem Titel „Studentenproteste in Berlin 1967/68“, also ob es protestierende Studentinnen wie Sigrid Fronius, seinerzeit AStA Vorsitzende oder Uschi Obermeier von der legendären Kommune I nie gegeben hätte…
Doch trotz dieser Peinlichkeit ist diese Ausstellung sicher allemal interessanter als die präsidiale Hausgeschichtschreibung, die unter dem Titel „Zukunft von Anfang an“ im Henry-Ford-Bau besichtigt werden kann. Zeigt das Präsidialamt dort von den ´68ern einzig einige beschmierte Bücher, die die Bösen Rabauken beschädigt haben, so bringt das Landesarchiv Originaldokumente über die politischen Ziele der Bewegung. Ohne die Ausstellung bereits gesehen zu haben, erscheint uns das doch als der weitaus interessantere Ansatz.

Für alle, die selbst einen Blick drauf werfen wollen – hier nochmal die Fakten:

Dauer der Ausstellung:
14. Dezember 2007 bis 18. April 2008

Öffnungszeiten:
Mo + Fr 9.00 – 15.00 Uhr
Di – Do 9.00 – 18.00 Uhr

Kontakt:
Landesarchiv Berlin
Eichborndamm 115-121
13403 Berlin
Tel.: 030 – 90264 – 0
Fax: 030 – 90264 – 201
info@landesarchiv-berlin.de

Mehr Infos: http://www.landesarchiv-berlin.de/lab-neu/01_01c56.htm

Zehn Punkte für den Bachelor? Eine Blamage und keine Reform .

Der sogenannte „Studienerfolgsbericht“ des Präsidiums über die neuen Bachelorstudiengänge ist mittlerweile online! Das Papier wurde vom Präsidium erstellt um eine erste Bilanz über die Akzeptanz neuen Bachelorstudiengänge zu ziehen. Die Ergebnisse waren so fatal, das sich das Präsidium der FU monatelang weigerte, den Bericht öffentlich zu machen oder auch nur den Mitgliedern der universitären Gremien einsicht zu gewähren. Erst vor kurzem sickerten einzelne Ergebnisse durch, und mittlerweile ist auch das ganze, 115 Seiten starke Dokument öffentlich zugänglich – auch dies ohne Zustimmung des Präsidiums, sondern wiederum durch eine Indiskretion.

Die FSI-Osi veröffentlichte auf ihrem Blog bereits einen ersten Kommentar zum Bericht und brachte die eigentliche Katastrophe auf den Punkt: die Zahl der Studienabbrüche im Bachelor hat sich gegenüber den alten Abschlüssen nicht verringert, sondern ist massiv gestiegen:

„Ebenfalls unbeliebt: B.A.-Abschlüsse in den Geisteswissenschaften, v.a.
wenn mensch den Vergleich mit den alten Studienordnungen zieht. Im
90-LP-Bachelor ‘Deutsche Philologie’ brachen 18 Prozent der Studierenden
ihr Studium vorzeitig ab. Verglichen mit den Durchschnittswerten (s.
oben) ist das wenig, verglichen mit dem bisherigen Magisterstudiengang
eine Versechsfachung: in der alten Studienordnung brachen nur drei
Prozent der Studierenden ihr Studium ab.

Über die Philosophen heißt es in der Studie: ‘Der Schwund in den neuen
Studiengängen ist inakzeptabel hoch. Mehr als die Hälfte [53 Prozent, um
genau zu sein, Anm. d. Verf.] verlassen diesen Studiengang innerhalb von
zwei Jahren. Dies war in dem auslaufenden Magisterstudiengang nicht der
Fall.’ (S. 25) In diesem betrug die Abbrecherquote gerade mal 14 Prozent.

Doch auch die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer, die angeblich
mannigfaltig von den neuen, ’strafferen’, ‘praxisbezogeneren’ usw. usf.
B.A.-Abschlüssen profitieren sollten, schneiden geradezu desaströs ab.
Als – zugegebenermaßen sehr negatives – Beispiel sei hier der
Informatik-Studiengang erwähnt. Die Einführung des Bachelors
verzehnfachte (!) hier die Abbrecherquote im Vergleich zum
Diplomstudiengang: von sieben auf 71 Prozent im Monobachelor. Im
90-LP-Modul betrug der Schwund noch einmal mehr: nur gut jedeR zehnte
(14 Prozent) blieb länger als fünf Semester dabei. Mit ein Grund:
Studierende wechseln in höheren Fachsemestern offenbar ‘in erheblichem Umfang’ (S. 17) in den Diplomstudiengang.“

Die Reaktion der FU ist abwiegelnd. Im Tagesspiegel relativierte das Präsidium die katastrophalen Ergebnisse:

FU-Präsident Dieter Lenzen sagte auf Anfrage, es handele sich bei den in dem Papier genannten Zahlen um „Schätzungen“ und nicht um „empirische Befunde“. Lenzen verwies auf eine jüngst im Akademischen Senat vorgestellte Untersuchung, in der frühzeitig exmatrikulierte FU-Bachelorstudenten nach den Gründen für ihren Abgang gefragt wurden. Knapp die Hälfte gab an, an eine andere Uni gewechselt zu sein. Andere machten ein Praktikum, seien ins Ausland gegangen oder warteten noch auf ihr Wunschstudium. Diese Studierenden könne man nicht als Abbrecher werten. […]
Lenzen kündigte an, er wolle demnächst einen Zehn-Punkte-Plan zur Verbesserung des Bachelors vorstellen.

Wer also den Bachelor an der FU nicht studierbar findet und an eine andere Uni oder in die verbliebenen Diplomstudiengänge wechselt, der oder die zählt nicht als AbbrecherIn, und deswegen wär ja alles irgendwie nicht so schlimm? Ein ziemlich hilfloses Argument, allerdings symptomatisch für den Umgang des Präsidiums mit schlechten Nachrichten: Realitätsverleugnung und Schönrednerei allerorten, Selbstkritik findet nicht statt und wenn doch, werden die Ergebnisse geheimgehalten. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf: dass der Trend hin zu Verschulung, weniger Wahlfreiheit und mehr Disziplinierung von den Studierenden nicht angenommen wird.

Auch Reformvorschläge wie der „Zehn Punkte Plan“ ändern daran nichts. Diesen „Plan“ kann man auf dem Blog der Fachschaftsinitiativen bereits nachlesen, die Mitschrift einer AS-Sitzung gibt Auskunft über das Projekt:

1.-System der Mentoringprogramme in allen Fachbereichen verstärken
2.-Studienfachberatung: alle Lehrenden halten einmal in der Woche eine Sprechstunde, nicht nur einmal im Monat
3.-Bachelor: Anerkennungspraxis der Scheine von anderen Unis liberalisierenBologna soll Mobilität steigern und nicht senken
4.-Übergänge: Fachbereiche sollen im Rahmen von Studienverlaufsplänen den Wechsel im ersten Semester liberalisieren,
5.–Geschlechterstereotype sollen aufgebrochen werden
6.-Status von ausländischen Studierenden: Zulassungspraxis für Masterstudiengänge fördern, auch aufgrund des Zukunftskonzepts der International Network University
7.-Einführungswochen sollen in einzelnen Fächern ernster genommen werden und bereits vor Beginn des Semesters stattfinden
8.Einführung zentraler Studien- und Prüfungsbüros in den Fachbereichen—verlässliche und ausreichende Öffnungszeiten
9.-Wiederholungsleistung von Prüfungen soll zeitnah ermöglicht werden
10.-flächendeckende Evaluationen in den Fachbereichen
für jeden Studiengang einen Studiengangsleiter an den Fachbereichen, der die inhaltliche Weiterentwicklung des Studiengangs und das Lehrangebot plant

Mehr Evaluation, weniger Bürokratie, flexiblere Handhabung – das sind die Eckpunkte dieser Vorschläge. Der ebenfalls im Raum stehende Vorschlag, man solle auf die Einführung von Studiengebühren drängen, damit die Leute sich einen Abbruch dreimal überlegen oder besser gar nicht erst anfangen, fiel auf der entsprechenden Sitzung durch. Das war selbst dem Präsidium zu absurd, vielleicht wollte man auch die eh schon genervten Studierenden nicht noch weiter reizen.

Aber was steckt eigentlich hinter den „Zehn Punkten“? Letztendlich nur eine etwas weichere, flexiblere Handhabung des Bestehenden. Eine radikale „Reform der Reform“ hin zu mehr Wahlfreiheit für Studierende, weniger verschulten Inhalten und natürlich mehr Mitbestimmung bei der Gestaltung des Studiums und der Studienordnungen bleibt aus. Doch wäre dies das einzig notwendige. Auch die beste Evaluation degeneriert letztlich zum Kontrollinstrument, wenn die Umfrageergebnisse geheimgehalten werden und die Studierenden bei den aus der Evaluation folgenden Reformprojekten nicht mitreden dürfen.

Auch der AStA FU kommentierte den Bericht in diesem Sinne:

Der AStA FU sieht sich angesichts der vorliegenden Untersuchung in seiner konsequenten Ablehnung der europäischen Studienstrukturreform, dem so genannten Bologna-Prozess, bestätigt: bereits vor der Einführung des BA übte der AStA FU Kritik an Verschulung, Entwissenschaftlichung und Arbeitsüberlastung – also genau jene Mängel, die auch das Präsidium nun in seinem Geheimreport eingestehen muss. Die Probleme des Bachelor gehen daher über eine vorhandene schlechte Umsetzung und „Kinderkrankheiten“ hinaus. Sie sind vielmehr elementare Bestandteile der gesamten Bologna-Reform.

Der AStA FU fordert daher weiterhin eine konsequente Verbesserung der Studienbedingungen mit dem Ziel eines freien und selbstbestimmten Studiums.

Der Teufel steckt also ausnahmsweise nicht im Detail, das Projekt Bachelor an sich hat eine enorme Schieflage. Die Illusion, man könne Studierende quasi zum Lernen zwingen, platzt. Verschulung, mehr Pflichtveranstaltungen, höhere Arbeitsbelastung, weniger wissenschaftlicher Anspruch in der ersten Studienphase – die Neuerungen, die ein schnelleres Studium ermöglichen sollten, produzieren nun genau das Gegenteil: eine nie dagewesene Zahl von Studienabbrüchen. Das gerade diese Facetten der Reform vom AStA FU und anderen studentischen Kritikern bereits in der Einführungsphase heftigst kritisiert worden sind, zeigt einmal mehr: der Bachelor ist nicht für die Studierenden gemacht.

Dennoch ist der Studienerfolgbericht eine Chance für die studentische Öffentlichkeit. Gerade jetzt, wo auch konservative Medien und Befürworter des BA immer mehr einsehen müssen, dass ihre ursprünglichen Pläne nicht aufgehen, öffnen sich möglichkeiten für studentische Politik. Forderungen könnten sein: Mitbestimmung statt Evaluation, Wahlfreiheit statt Pflichtmodule, Bildungsinvestitionen statt NC-Inflation, Teilnahme an der Wissenschaft statt Gängelung durch Profs und Bürokratie. Solche Forderungen werden nach diesen Enthüllungen sicher nicht so einfach abzuwiegeln sein – wenn sie denn nur konsequent vertreten werden. Dazu bedarf es allerdings mehr als einiger fleißiger GremienaktivistInnen, sondern einer neuen studentischen Bewegung.

Link: „Studienerfolgsbericht“ der FU

Histo-Kino am 13.12. – „Der Marsch“

Es ist mal wieder soweit: Eine weitere Spontane Histo-Kino Veranstaltung im New Yorck-Bethanien, und zwar am Donnerstag (13.12) um 21 Uhr. Leitet die Info weiter oder sagt allen Bescheid, die Ihr kennt. Thema des Abends ist „Migration“.

Vorfilm: Leaving is not always living (2007)

Ein Anti-Migrations TV Spot, der von der Schweizer Regierung sowie der International Organisation for Migration (IOM) initiiert und von der EU mit 1,5 Mio. gefördert wurde. Zum ersten Mal während der Halbzeitpause des Länderspiels Schweiz–Nigeria Ende November gesendet, wird der Spot nun in Nigeria, Kamerun und auch bald im Kongo zu sehen sein.

Hauptfilm: Der Marsch (1990)

Der Marsch ist ein Film des Regisseurs David Wheatley über den Auswanderungsdruck aus den „Entwicklungsländern“ aus dem Jahr 1990 nach dem Roman von William Nicholson. Er geht von einer unbestimmten Zukunft aus, in der aufgrund der Klimaerwärmung große Teile Afrikas unbewohnbar geworden sind und in Europa die rassistischen Spannungen zugenommen haben. Eine Gruppe Afrikaner macht sich in der Hoffnung auf ein besseres Leben auf die Reise nach Europa.

Am: Donnerstag, 13.12.07
Beginn: 21h
(Infos und Diskussion nach dem Film)
New Yorck im Bethanien (Südflügel)
Mariannenplatz 2
U Kottbusser Tor

Histo-Kino am 13.12. – „Der Marsch“

Es ist mal wieder soweit: Eine weitere Spontane Histo-Kino Veranstaltung im New Yorck-Bethanien, und zwar am Donnerstag (13.12) um 21 Uhr. Leitet die Info weiter oder sagt allen Bescheid, die Ihr kennt. Thema des Abends ist „Migration“.

Vorfilm: Leaving is not always living (2007)

Ein Anti-Migrations TV Spot, der von der Schweizer Regierung sowie der International Organisation for Migration (IOM) initiiert und von der EU mit 1,5 Mio. gefördert wurde. Zum ersten Mal während der Halbzeitpause des Länderspiels Schweiz–Nigeria Ende November gesendet, wird der Spot nun in Nigeria, Kamerun und auch bald im Kongo zu sehen sein.

Hauptfilm: Der Marsch (1990)

Der Marsch ist ein Film des Regisseurs David Wheatley über den Auswanderungsdruck aus den „Entwicklungsländern“ aus dem Jahr 1990 nach dem Roman von William Nicholson. Er geht von einer unbestimmten Zukunft aus, in der aufgrund der Klimaerwärmung große Teile Afrikas unbewohnbar geworden sind und in Europa die rassistischen Spannungen zugenommen haben. Eine Gruppe Afrikaner macht sich in der Hoffnung auf ein besseres Leben auf die Reise nach Europa.

Am: Donnerstag, 13.12.07
Beginn: 21h
(Infos und Diskussion nach dem Film)
New Yorck im Bethanien (Südflügel)
Mariannenplatz 2
U Kottbusser Tor

Histo-Kino am 13.12. – „Der Marsch“

Es ist mal wieder soweit: Eine weitere Spontane Histo-Kino Veranstaltung im New Yorck-Bethanien, und zwar am Donnerstag (13.12) um 21 Uhr. Leitet die Info weiter oder sagt allen Bescheid, die Ihr kennt. Thema des Abends ist „Migration“.

Vorfilm: Leaving is not always living (2007)

Ein Anti-Migrations TV Spot, der von der Schweizer Regierung sowie der International Organisation for Migration (IOM) initiiert und von der EU mit 1,5 Mio. gefördert wurde. Zum ersten Mal während der Halbzeitpause des Länderspiels Schweiz–Nigeria Ende November gesendet, wird der Spot nun in Nigeria, Kamerun und auch bald im Kongo zu sehen sein.

Hauptfilm: Der Marsch (1990)

Der Marsch ist ein Film des Regisseurs David Wheatley über den Auswanderungsdruck aus den „Entwicklungsländern“ aus dem Jahr 1990 nach dem Roman von William Nicholson. Er geht von einer unbestimmten Zukunft aus, in der aufgrund der Klimaerwärmung große Teile Afrikas unbewohnbar geworden sind und in Europa die rassistischen Spannungen zugenommen haben. Eine Gruppe Afrikaner macht sich in der Hoffnung auf ein besseres Leben auf die Reise nach Europa.

Am: Donnerstag, 13.12.07
Beginn: 21h
(Infos und Diskussion nach dem Film)
New Yorck im Bethanien (Südflügel)
Mariannenplatz 2
U Kottbusser Tor

FU Berlin will 500.000 Bücher wegwerfen!

Laut Informationen aus dem Institutsrat der Ethnologie sowie aus Bibliothekskreisen sollen an der FU im Fachbereich Politik und Sozialwissenschaften demnächst bis zu eine halbe Million Bücher ausgesondert werden. Was mit den Büchern genau passieren soll, ob sie eingestampft oder verkauft werden ist unklar. Sicher ist nur: den Studierenden werden die Bücher nicht mehr zur Verfügung stehen.

Hintergrund ist die anstehende Renovierung der Universitätsbibliothek (UB), die zu einer Zusammenlegung aller Bibliotheken des Fachbereichs Politik und Sozialwissenschaften im Gebäude der UB genutzt werden soll. Eine email aus der Mitarbeiterschaft einer der vier betroffenen Bibliotheken beschreibt den Vorgang wie folgt:

…es geht darum, dass kürzlich von unser aller Präsidium beschlossen wurde, alle Bibliotheken unseres Fachbereichs zusammen zu legen, und zwar in der UB. Diese – sowieso renovierungsbedürftig und hier liegt der erste spar-Gedanke – wird für aber immerhin stolze 15 mio euro renoviert/umgebaut. Mit dem in den Augen des Präsidiums offenbar unproblematischen, uns aber doch, nun ja, zumindest erstaunenden Endergebnis, dass nicht genug Platz für alle vorhandenen Bücher ist (ganz zu schweigen von Neuanschaffungen). Was also tun? Aussondern. Die Größenordnungen sind folgende:

der Fachbereich verfügt z.Z. über 767.755 Bände, die sich wie folgt verteilen:

OSI: 555.000
Publizistik: 112.755
Soziologie: 65.000
Ethnologie: 35.000

Die derzeitigen Planungen sehen vor, DIE HÄLFTE dieses Bestandes auszusondern, also um die 350.000 Bände. Der übrigbleibende Rest soll zu 1/3 in den Freihandbestand und 2/3 ins Magazin. Ausgesondert wird nach dem Prinzip: alles muss nur EIN MAL vorhanden sein -und hier rechnet man den UB-Bestand sogar hinzu.

Nach weiteren Informationen aus dem Institutsrat Ethnologie sollen sich die Zahl von 350.000 Bänden sogar nur auf die Doubletten beziehen. Insgesamt sollen „mindestens 500.000 Bände“ aussortiert werden. Mit den Aussonderungen soll bereits in naher Zukunft begonnen werden.

Protest kam bisher nur am Institut Ethnologie auf, die Bibliotheken der Publizistik und des Otto-Suhr-Instituts haben sich angeblich sogar für die geplante Zusammenlegung ausgesprochen. Die Bibliotheken der Fachbereiche Jura und Wirtschaftswissenschaften hingegen haben sich angeblich erfolgreich gegen die Zusammenlegungspläne gewehrt.

Es sollen also schon bald an der FU eine halbe Million Bücher ohne Not in den Müll wandern, eine gigantische Vernichtung von gesammeltem Kulturgut und bereits ausgegebenen öffentlichen Geldern. Die Studienbedingungen werden sich dadurch massiv verschlechtern, denn bereits seit Jahren sind die Bibliotheken der FU mit Neuanschaffungen im Rückstand und viele Studierende der Geistes und Sozialwissenschaften sind nur durch Ausweichen auf andere Einrichtungen (Staatsbibliothek, VOEBB etc) überhaupt in der Lage, sich ihre Literatur zu beschaffen.

Von dem Prozess werden auch nicht nur Studierende der vier genannten Fächer betroffen sein – sämtliche Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Studiengänge leiden darunter, denn viel interdisziplinäres Schriftgut (darunter natürlich auch massenweise Geschichtsbücher!) wird notwendigerweise mit „ausgesondert“ werden.

Es ist ferner symptomatisch, dass derartig radikale und unsinnige Pläne niemals offen mit den Betroffenen diskutiert werden. Sowohl Studierende als auch BiblitotheksmitarbeiterInnen erfahren die Vorgänge erst, wenn die Pläne schon kurz vor der Umsetzung stehen – und auch dies nur durch halboffizielle Kanäle. Um die Planungen tatsächlich umzusetzten, bräuchte es allerdings die Kooperation der betroffenen Institute, ihrer Studierenden und BibliotheksmitarbeiterInnen. Es steht zu hoffen, das Protest aus allen Richtungen diese Pläne verhindern wird.

Alle, die nicht davon begeistert sind, dass die FU eine Halbe Million Bücher wegwirft sollten sich also JETZT überlegen was zu tun ist. Protestbriefe und emails ans Präsidium, Leserbriefe an Zeitungen, kritische Nachfragen in den betroffenen Bibliotheken – es muss einiges getan werden, um zu verhindern dass diese Pläne hinter dem Rücken der BibliotheksbenutzerInnen umgesetzt werden.

Campustalk mit Springer

Morgen, am 5. Dezember, ist ein besonderer Tag an der FU: Der Springer-Konzern erklärt uns die Welt! Während die Arbeiterklasse sich damit zufriedengeben muß, täglich die Dreigroschenweisheiten der Bild-Zeitung in sich aufzunehmen, gibt es für die Studierenden an der Exzellenzuni FU ein ganz besonderes Angebot: Matthias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer AG, besucht uns persönlich und hört sich unsere Sorgen und Nöte an. Denn Sorgen haben wir viele, bereits die Veranstaltungsankündigung nennt einige:

Trotz des Aufschwungs bleibt die Wirtschaftsentwicklung turbulent. Immer noch werden Unternehmen umgebaut. Private-Equity-Investoren übernehmen vielerorts das Sagen und treiben den Wandel voran. Zugleich sind die weltwirtschaftlichen Risiken gewachsen: Die Kreditkrise, der hohe Ölpreis und der immer schwächere Dollar belasten die Wirtschaft. Was kommt in dieser Situation auf Hochschulabsolventen zu? Wie gelingt ihnen der Einstieg in einen großen Konzern? Welche Fähigkeiten sind derzeit gefragt? Und welche neuen Karrieremuster bilden sich heraus?

Da hat uns aber jemand tief in die Seele geschaut. Krisen und Ängste wo man hinsieht – Kreditkrise, Erdbeben, Klimaschock, Volksverdummung, dazu auch noch Arbeitslosigkeit und ein drohender Karriereknick nach dem Jodeldiplom: die Schließmuskeln der Vorstandsvorsitzenden sind unserem Aufstiegsdrang einfach nicht zugänglich! Doch an der FU werden sie geholfen, Elite würgt:

Die manager-magazin-Redaktion hat einen prominenten Topmanager eingeladen, um diese Fragen zu diskutieren: Dr. Mathias Döpfner, den Vorstandsvorsitzenden der Axel Springer AG. Im Gespräch mit Dr. Arno Balzer, Chefredakteur des manager magazins, und Dr. Henrik Müller, Geschäftsführender Redakteur des manager magazins, wird er am 5. Dezember, ab 16 Uhr, über die Perspektiven für die „Karriere 2008“ diskutieren.
Das Gespräch findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe manager magazin campus am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Freien Universität Berlin statt. Wir laden Sie herzlich zu dieser öffentlichen Diskussion ein. Der Eintritt ist frei.

Eine wirklich tolle Veranstaltung, endlich passiert mal was! Nur leider ist der Spaß viel zu schlecht beworben. Eine winzige Internetankündigung, eine Werbemail nur für Insider, nirgendwo Handzettel, Flugblätter oder Marktschreier, nicht einmal Plakate! Das kann so nicht weitergehen!

Da müssen wir was tun – denn auch die FSI Geschichte will ihren Beitrag leisten für unsere elitäre Lieblingsuni, Karriereplanung, Existenzgründung etc. pp sind unser ureigenes Anliegen. Wir haben deshalb mal im Archiv gesucht – und ein ganz tolles Plakat für die Veranstaltung gefunden! Es ist zwar schon vierzig Jahre alt, aber noch hochaktuell – denn Springer ist ja ein schließlich eine Traditionsmarke. Und daher ist auch das Plakat zeitlos:

Axel Springer an der FU?

Leider reicht´s so kurzfristig nicht mehr für den Nachdruck dieses Schätzchens. Wir hoffen dennoch, das möglichst viele Studierende morgen dabei sind und die Herren vom Manager Magazin und mal richtig ausfragen wie das denn so ist mit den großen Konzernen, der Pressefreiheit, der Demokratie und den Karrieremöglichkeiten in der Bewußtseinsindustrie…