Archiv für den Monat: Juli 2007

AStA TU Druckerei abgebaut

Wie verschiedene Blogs heute meldeten, wurde mittlerweile die Druckerei des AStA TU abtransportiert. Der bereits abgewählte, nur noch geschäftsführend im Amt befindliche rechtskonservative TU-AStA hat es damit kurz vor Ende seiner Amtszeit doch noch geschafft, ein wertvolles Stück studentischer Infrastruktur, das nicht nur von TU-Studis genutzt wurde, zu zerschlagen. An wen die Druckerei ging und ob es evtl. ein gerichtliches Nachspiel geben wird, ist unklar. Studentische Proteste, die sie vor kurzem noch den Abtransport der Druckerei verhindern konnten, kamen diesmal zu spät.

Laut einer Presserklärung des Refrat HU wurde beim Abtransport auch Gewalt gegen einen protestierenden Studenten angewandt.

Mittlerweile hat sich auch der „Katholische Studentenverein Askania-Burgundia“, eine der im geschäftsführenden AStA TU vertretenen Burschenschaften, in einer Presserklärung zum Abtransport geäußert, die Gewalt gegen Zuschauer sei selbstverstendlich nur zu deren eigener Sicherheit erfolgt….

Alternatives Vorlesungsverzeichnis sucht Seminare…

Hier ein Aufruf zur Mitarbeit von der Redaktion des „Alternativen VorlesungsVerzeichnis:

Das Alternative VeranstaltungsVerzeichnis (AVV) erscheint halbjährlich und ist ein Verzeichnis von autonomen Seminaren, Vorträgen, Workshops, Projekten, und Ähnlichem, die sich für alternative und kostenlose Wissensvermittlung einsetzten. Es richtet sich gegen die zunehmende Privatisierung im Bildungsbereich und möchte als Alternative zum normalen Bildungsbetrieb diejenigen unterstützen, die sich für freie Bildung engagieren.

Als Infrastruktur bieten wir die Möglichkeit zur Präsentation, sowohl im Heft, als auch auf der Internetseite: http://www.avvb.de.vu, auf der ihr selbst unkompliziert eure Projekte eintragen könnt.
Wir helfen aber auch beim Aufbau neuer Gruppen: Raumsuche, Materialien, Informationen usw.
Außerdem möchten wir gerne eine stärkere Vernetzung für freie, alternative Bildung in Berlin unterstützen und haben dafür einen Verteiler eingerichtet. Darüber können aktuelle Informationen über selbstorganisierte Seminare, Ankündigungen, Materialien usw. verschickt werden.
Um auf den Verteiler zu kommen, schickt eine leere Mail an:

SelbstorganisierteSeminareBerlin-subscribe@yahoogroups.de !

Wenn ihr etwas im AVV ankündigen wollt, dann:

– tragt euch unter http://www.avvb.de.vu ein
– schickt uns eine Mail mit eurem Ankündigungstext an avvb AT gmx.net
– und bitte vergesst nicht eine Kontaktmöglichkeit anzugeben!

Redaktionsschluss ist der 10. September.
Offenes Redaktionstreffen ist am 5.9. um 16Uhr in der offenen Uni.
Erscheinen wird das Heft voraussichtlich am 15. Oktober.
Mehr infos: http://www.avvb.de.vu.
Bei Fragen mailt uns bitte!

Um noch ein hartnäckiges Vorurteil auszuräumen: das AVV ist zwar aus studentischen Protestbewegungen entstanden, es ist aber ganz ausdrücklich kein Studi-zentriertes Heft, sondern ein Beitrag für alternative Bildung in Berlin und rund umzu.
Ihr müsst also weder studieren um an Veranstaltungen teilzunehmen, noch um zu inserieren.

Alternatives Vorlesungsverzeichnis sucht Seminare…

Hier ein Aufruf zur Mitarbeit von der Redaktion des „Alternativen VorlesungsVerzeichnis:

Das Alternative VeranstaltungsVerzeichnis (AVV) erscheint halbjährlich und ist ein Verzeichnis von autonomen Seminaren, Vorträgen, Workshops, Projekten, und Ähnlichem, die sich für alternative und kostenlose Wissensvermittlung einsetzten. Es richtet sich gegen die zunehmende Privatisierung im Bildungsbereich und möchte als Alternative zum normalen Bildungsbetrieb diejenigen unterstützen, die sich für freie Bildung engagieren.

Als Infrastruktur bieten wir die Möglichkeit zur Präsentation, sowohl im Heft, als auch auf der Internetseite: http://www.avvb.de.vu, auf der ihr selbst unkompliziert eure Projekte eintragen könnt.
Wir helfen aber auch beim Aufbau neuer Gruppen: Raumsuche, Materialien, Informationen usw.
Außerdem möchten wir gerne eine stärkere Vernetzung für freie, alternative Bildung in Berlin unterstützen und haben dafür einen Verteiler eingerichtet. Darüber können aktuelle Informationen über selbstorganisierte Seminare, Ankündigungen, Materialien usw. verschickt werden.
Um auf den Verteiler zu kommen, schickt eine leere Mail an:

SelbstorganisierteSeminareBerlin-subscribe@yahoogroups.de !

Wenn ihr etwas im AVV ankündigen wollt, dann:

– tragt euch unter http://www.avvb.de.vu ein
– schickt uns eine Mail mit eurem Ankündigungstext an avvb AT gmx.net
– und bitte vergesst nicht eine Kontaktmöglichkeit anzugeben!

Redaktionsschluss ist der 10. September.
Offenes Redaktionstreffen ist am 5.9. um 16Uhr in der offenen Uni.
Erscheinen wird das Heft voraussichtlich am 15. Oktober.
Mehr infos: http://www.avvb.de.vu.
Bei Fragen mailt uns bitte!

Um noch ein hartnäckiges Vorurteil auszuräumen: das AVV ist zwar aus studentischen Protestbewegungen entstanden, es ist aber ganz ausdrücklich kein Studi-zentriertes Heft, sondern ein Beitrag für alternative Bildung in Berlin und rund umzu.
Ihr müsst also weder studieren um an Veranstaltungen teilzunehmen, noch um zu inserieren.

Alternatives Vorlesungsverzeichnis sucht Seminare…

Hier ein Aufruf zur Mitarbeit von der Redaktion des „Alternativen VorlesungsVerzeichnis:

Das Alternative VeranstaltungsVerzeichnis (AVV) erscheint halbjährlich und ist ein Verzeichnis von autonomen Seminaren, Vorträgen, Workshops, Projekten, und Ähnlichem, die sich für alternative und kostenlose Wissensvermittlung einsetzten. Es richtet sich gegen die zunehmende Privatisierung im Bildungsbereich und möchte als Alternative zum normalen Bildungsbetrieb diejenigen unterstützen, die sich für freie Bildung engagieren.

Als Infrastruktur bieten wir die Möglichkeit zur Präsentation, sowohl im Heft, als auch auf der Internetseite: http://www.avvb.de.vu, auf der ihr selbst unkompliziert eure Projekte eintragen könnt.
Wir helfen aber auch beim Aufbau neuer Gruppen: Raumsuche, Materialien, Informationen usw.
Außerdem möchten wir gerne eine stärkere Vernetzung für freie, alternative Bildung in Berlin unterstützen und haben dafür einen Verteiler eingerichtet. Darüber können aktuelle Informationen über selbstorganisierte Seminare, Ankündigungen, Materialien usw. verschickt werden.
Um auf den Verteiler zu kommen, schickt eine leere Mail an:

SelbstorganisierteSeminareBerlin-subscribe@yahoogroups.de !

Wenn ihr etwas im AVV ankündigen wollt, dann:

– tragt euch unter http://www.avvb.de.vu ein
– schickt uns eine Mail mit eurem Ankündigungstext an avvb AT gmx.net
– und bitte vergesst nicht eine Kontaktmöglichkeit anzugeben!

Redaktionsschluss ist der 10. September.
Offenes Redaktionstreffen ist am 5.9. um 16Uhr in der offenen Uni.
Erscheinen wird das Heft voraussichtlich am 15. Oktober.
Mehr infos: http://www.avvb.de.vu.
Bei Fragen mailt uns bitte!

Um noch ein hartnäckiges Vorurteil auszuräumen: das AVV ist zwar aus studentischen Protestbewegungen entstanden, es ist aber ganz ausdrücklich kein Studi-zentriertes Heft, sondern ein Beitrag für alternative Bildung in Berlin und rund umzu.
Ihr müsst also weder studieren um an Veranstaltungen teilzunehmen, noch um zu inserieren.

Spannungen in Studentischen Dachverbänden

Das Bündnis für freie Bildung in Berlin berichtet auf seinen Seiten über die aktuelle Vollversammlung des bundesweiten „Aktionsbündnis gegen Studiengebühren„. Insbesondere gibt es Spannungen mit dem Dachverband „Freier Zusammenschluss von Studierendenschaften“ in dem sich viele deutsche ASten zusammengeschlossen haben. Leider konnten die Spannungen nicht ausdiskutiert werden:

„Wichtige Tagesordnungspunkte wie etwa das Verhältnis zwischen dem ABS und der ABS-Mitgliedsorganisation „Freier Zusammenschluss von Studierendenschaften“ (fzs) wurden beispielsweise komplett vertagt. Dass es hier Spannungen gibt konnte lediglich bei anderen Tagesordnungspunkten festgestellt werden, wo unter anderem berichtet wurde, dass der fzs dem ABS die Konten gesperrt hatte. Der ehemalige ABS-Geschäftsführer Amin Benaissa aus Frankfurt merkte an, dass es ihm so vor käme als würde der fzs, als sicherlich wichtiger Bündnispartner der aktuellen ABS Geschäftsführung bewusst, aus politischen Gründen Steine in den Weg legen.“

Quelle: http://www.freie-bildung-berlin.de/?p=202

Der fzs war in der Vergangenheit wiederholt wegen seiner nähe zu politischen Parteien in die Kritik geraten. Durch die Dominanz von JUSOS und Grünen im Vorstand sei eine unabhängige Vertretung studentischer Interessen nicht mehr gewährleistet, wurde bemängelt. Der fzs vertritt längst nicht alle ASten in Deutschland, immer wieder gab es in den letzten Jahren spektakuläre Austritte, zuletzt verließ die Fachhochschule Gießen den Verband. Auch dort beklagte man die bürokratische Erstarrung, parteipolitische Vereinnahmung und allgemeine Trägheit des Verbandes, der sich so gut wie gar nicht bei den Bildungsprotesten in Hessen engagiert hatte. Die Beitragsgelder sollen nun in andere Projekte fließen (Quelle: http://www.giessener-anzeiger.de/artikel/2898099)

Der AStA der FU Berlin ist aus den genannten Gründen schon seit längerem nicht mehr Mitglied im fzs, bemüht sich allerdings in anderen Zusammenhängen wie etwa der Landesastenkonferenz, dem Aktionsbündnis gegen Studiengebühren sowie dem „Bündnis für freie Bildung“ um Vernetzungsarbeit.

Studierbarkeits-Umfrage: Erhebungszeitraum verlängert

Pressemitteilung der studentischen Initiative „Studierbarkeit an der FU Berlin“ vom 26.07.07:

Zensur an der FU Berlin: Verhalten des Präsidiums erzwingt Verlängerung des Erhebungszeitraums

Der Präsident der FU Berlin hat die Bitte der Initiative „Studierbarkeit an der FU Berlin“ um Verschickung eines Links auf den Online-Fragebogen an alle Studierenden mit universitätseigener Email-Adresse nach langen Bemühungen abgelehnt. Trotz einstimmiger Aufforderung des Studierenden-Parlaments der FU an das Präsidium, dieser Bitte nachzukommen, verkündete die Vizepräsidenten Christine Keitel-Kreidt in der Sitzung der Kommission für Lehrangelegenheiten am 10.7.07 schließlich die Ablehnung der Bitte und begründete sie lapidar mit „Der Präsident hat entschieden, dass er das nicht will.“. Sie wiederholte dabei mehrfach, dass das ja noch mal im Präsidium diskutiert werden könne.

In der darauf folgenden Sitzung des Akademischen Senats am 18.7.07 „korrigierte“ Vizepräsidentin Keitel-Kreidt in Anwesenheit des Präsidenten Dieter Lenzen sich selbst und behauptete, sie hätte in besagter KfL-Sitzung gesagt, das Präsidium, nicht nur der Präsident lehne die Zedat-Verschickung ab. Sie begründete dies mit Bedenken bezüglich Fragebogen und Verteilungsmethode. Hierzu ist zu bemerken, dass die Bachelor-Evaluationsgruppe des Präsidiums die Umfrage begrüßt, Interesse an den Ergebnissen bekundete und den Fragebogen sowie die Verteilungsmethodik guthieß.
Studentische Evaluationen zu den allgemeinen Studienbedingungen scheinen dem Präsidium der FU Berlin nicht ins politische Konzept zu passen. Stattdessen fand Herr Lenzen es offenbar informativer, an alle Studierenden den Hinweis schicken zu lassen, wann sich die Beach-Volleyball-AG trifft, sowie eine Einladung zum gemeinsamen Tango-Tanzen.

Schon die Bitte, einen Zettel mit Verweis auf den Online-Fragebogen den Rückmeldeaufforderungen beizulegen, wurde über einen Monat lang durch Ignorieren verschleppt, bis mitgeteilt werden konnte, dass es dafür leider zu spät sei. Stattdessen fand sich in den Rückmeldeaufforderungen eine Werbebeilage für den „Uni-Shop“. Beide Informationskanäle waren den Studierenden bei der Evaluation der Studierbarkeit an der Humboldt-Universität zugänglich gewesen.

Diese monopolistische Verwaltung der Informationskanäle, die gleichbedeutend ist mit einer informationspolitischen Zensur, verurteilen wir scharf. Für die Initiative hat diese Blockadepolitik des Präsidiums die Auswirkung, den Erhebungszeitraum der Umfrage verlängern zu müssen, um die Studierenden weiterhin durch Informationsstände sowie durch quotierte Fragebögen-Verteilung in den Lehrveranstaltungen zur Teilnahme an der Umfrage zu bewegen. Der Erhebungszeitraum dauert nun an bis zum 15.08.07.
Bisher haben sich etwa 1600 Studierende an der Umfrage beteiligt – nicht berücksichtigt solche Bögen, die sich noch in den Büros verschiedener Fachschaftsinitiativen befinden.

———————————-

Die Umfrage ist erreichbar unter http://fub.studierbarkeit.de/ und dort bequem und einfach online ausfüllbar!

Semesterabschlußparty!

Am Freitag findet im HU-Ostflügel eine berlinweite Semesterabschluss-Party statt. Neben günstigen Cocktails und leckerem Essen wird es auch gute Musik geben. Das ganze findet auf zwei Party Ebenen statt. Auf der Band-Bühne werden MYRA (Garagen-Pop), Voodoo Moon (Ska, Reggae, Rocksteady) und Dirty Birdie and the Fat Cat (Jazzy Gypsy Blues Rock Attack) spielen. Auf der zweiten Ebene wird Cable Street Beat Berlin (Ska und Reggae) auflegen.

Alle Gewinne werden verwendet, um Menschen zu unterstützen, die in den letzten Monaten gegen Studiengebühren und für freie Bildung protestiert haben und nun vor Gericht stehen bzw. standen.

Freitag 27.07. ab 22 Uhr. Ostflügel im Hauptgebäude der Humboldt Uni (Dorotheenstraße 17; U-Friedrichstrasse). Weitere Infos auf dem Blog des „Bündnis für freie Bildung„.

Die FU vor dem Börsengang? – Abschiedsvorlesung Bodo Zeuner

In seiner Abschlussvorlesung am 11. Juli dieses Jahres sparte Bodo Zeuner, seines Zeichens Gewerkschaftsexperte und langjähriger Professor am OSI, nicht mit Kritik. „Die Freie Universität vor dem Börsengang?“ lautete der Titel seiner Ansprache. Zeuner kritisierte dabei nicht nur abstrakt die Entwicklung der FU, sondern nannte auch Namen:

„Präsident Lenzen ist nicht nur Chefmanager der „unternehmerischsten Universität“ Deutschlands, er macht auch aus seiner Parteinahme für Unternehmerinteressen und Unternehmerideologien keinen Hehl. Er ist Fördermitglied der vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall ins Leben gerufenen und finanzierten „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“. Die Initiative „Neue Soziale Marktwirtschaft“ ist ein neoliberaler Think-Tank, der stolz darauf ist, öffentliche Diskurse zu steuern, ja zu manipulieren, Journalisten zu beeinflussen, eine ideologische Deutungshoheit im Sinne seiner Auftraggeber herzustellen.

Als ehemaliger Spiegel-Journalist, der wegen seiner Versuche zur Demokratisierung des Blattes auf die Straße gesetzt wurde, kennt sich Zeuner aus mit Medien, Medienmanipulation und dem ideologischen Gehalt von scheinbar neutralen „Reformdiskursen“. Dennoch verfiel er nicht in das Fettnäpfchen, Lenzen alleine für den marktradikalen Kurs an der FU verantwortlich zu machen. Dieser sei vielmehr Ausdruck eines allgemeinen gesellschaftlichen Trends hin zur Ökonomisierung von Wissenschaft. Als einen Ausdruck dieser Tendenz kritisierte er auch den sogenannten Exzellenzwettbewerb und der Rolle des OSI dabei:

Um von der Unterfinanzierung des öffentlichen Guts „wissenschaftliche Forschung“ abzulenken, wird ein ruinöser Wettbewerb um das künstlich verknappte Gut „Exzellenz“ und den Titel „Eliteuniversität“ veranstaltet. Wer nicht gewinnt, steigt ab. Diese Anrufung wurde von der Freien Universität und auch von unserem Fachbereich besonders begeistert und besinnungslos aufgenommen.

Trotz der geradezu gewaltsamen Durchsetzung des Hochschulwettbewerbs bestand Zeuner darauf, dass Widerstand eben doch möglich sei:

… auf die Frage, ob man aus einer als ruinös erkannten Konkurrenz, aus einem race to the bottom, aussteigen kann, gibt es in der Tradition der Arbeiterbewegung eine Antwort: Organisierung von Solidarität zum Bau von Dämmen gegen Unterbietungskonkurrenz.

Am Ende des Vortrags holte Zeuner nochmal gezielter aus mit einem Angriff auf die allgemeine Rückgratlosigkeit in den oberen Etagen der deutschen Universitäten:

In der Wissenschaft aufgestiegene Menschen, vor allem die Professoren, sind daher im allgemeinen sozial sehr viel dümmer als etwa Fabrikarbeiter, die ziemlich früh durch Erfahrung lernen, dass es ihnen schlechter geht, wenn sie nur für sich ihr Glück versuchen, statt sich zusammenzuschließen: Allein machen sie dich ein, lautet die Formel für diese Solidarität.

Dem bleibt nicht mehr viel hinzuzufügen, meint die FSI Geschichte.
Den ganzen Vortrag könnt ihr auf den Seiten des Osi als pdf einsehen.

Die FU vor dem Börsengang? – Abschiedsvorlesung Bodo Zeuner

In seiner Abschlussvorlesung am 11. Juli dieses Jahres sparte Bodo Zeuner, seines Zeichens Gewerkschaftsexperte und langjähriger Professor am OSI, nicht mit Kritik. „Die Freie Universität vor dem Börsengang?“ lautete der Titel seiner Ansprache. Zeuner kritisierte dabei nicht nur abstrakt die Entwicklung der FU, sondern nannte auch Namen:

„Präsident Lenzen ist nicht nur Chefmanager der „unternehmerischsten Universität“ Deutschlands, er macht auch aus seiner Parteinahme für Unternehmerinteressen und Unternehmerideologien keinen Hehl. Er ist Fördermitglied der vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall ins Leben gerufenen und finanzierten „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“. Die Initiative „Neue Soziale Marktwirtschaft“ ist ein neoliberaler Think-Tank, der stolz darauf ist, öffentliche Diskurse zu steuern, ja zu manipulieren, Journalisten zu beeinflussen, eine ideologische Deutungshoheit im Sinne seiner Auftraggeber herzustellen.

Als ehemaliger Spiegel-Journalist, der wegen seiner Versuche zur Demokratisierung des Blattes auf die Straße gesetzt wurde, kennt sich Zeuner aus mit Medien, Medienmanipulation und dem ideologischen Gehalt von scheinbar neutralen „Reformdiskursen“. Dennoch verfiel er nicht in das Fettnäpfchen, Lenzen alleine für den marktradikalen Kurs an der FU verantwortlich zu machen. Dieser sei vielmehr Ausdruck eines allgemeinen gesellschaftlichen Trends hin zur Ökonomisierung von Wissenschaft. Als einen Ausdruck dieser Tendenz kritisierte er auch den sogenannten Exzellenzwettbewerb und der Rolle des OSI dabei:

Um von der Unterfinanzierung des öffentlichen Guts „wissenschaftliche Forschung“ abzulenken, wird ein ruinöser Wettbewerb um das künstlich verknappte Gut „Exzellenz“ und den Titel „Eliteuniversität“ veranstaltet. Wer nicht gewinnt, steigt ab. Diese Anrufung wurde von der Freien Universität und auch von unserem Fachbereich besonders begeistert und besinnungslos aufgenommen.

Trotz der geradezu gewaltsamen Durchsetzung des Hochschulwettbewerbs bestand Zeuner darauf, dass Widerstand eben doch möglich sei:

… auf die Frage, ob man aus einer als ruinös erkannten Konkurrenz, aus einem race to the bottom, aussteigen kann, gibt es in der Tradition der Arbeiterbewegung eine Antwort: Organisierung von Solidarität zum Bau von Dämmen gegen Unterbietungskonkurrenz.

Am Ende des Vortrags holte Zeuner nochmal gezielter aus mit einem Angriff auf die allgemeine Rückgratlosigkeit in den oberen Etagen der deutschen Universitäten:

In der Wissenschaft aufgestiegene Menschen, vor allem die Professoren, sind daher im allgemeinen sozial sehr viel dümmer als etwa Fabrikarbeiter, die ziemlich früh durch Erfahrung lernen, dass es ihnen schlechter geht, wenn sie nur für sich ihr Glück versuchen, statt sich zusammenzuschließen: Allein machen sie dich ein, lautet die Formel für diese Solidarität.

Dem bleibt nicht mehr viel hinzuzufügen, meint die FSI Geschichte.
Den ganzen Vortrag könnt ihr auf den Seiten des Osi als pdf einsehen.

Die FU vor dem Börsengang? – Abschiedsvorlesung Bodo Zeuner

In seiner Abschlussvorlesung am 11. Juli dieses Jahres sparte Bodo Zeuner, seines Zeichens Gewerkschaftsexperte und langjähriger Professor am OSI, nicht mit Kritik. „Die Freie Universität vor dem Börsengang?“ lautete der Titel seiner Ansprache. Zeuner kritisierte dabei nicht nur abstrakt die Entwicklung der FU, sondern nannte auch Namen:

„Präsident Lenzen ist nicht nur Chefmanager der „unternehmerischsten Universität“ Deutschlands, er macht auch aus seiner Parteinahme für Unternehmerinteressen und Unternehmerideologien keinen Hehl. Er ist Fördermitglied der vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall ins Leben gerufenen und finanzierten „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“. Die Initiative „Neue Soziale Marktwirtschaft“ ist ein neoliberaler Think-Tank, der stolz darauf ist, öffentliche Diskurse zu steuern, ja zu manipulieren, Journalisten zu beeinflussen, eine ideologische Deutungshoheit im Sinne seiner Auftraggeber herzustellen.

Als ehemaliger Spiegel-Journalist, der wegen seiner Versuche zur Demokratisierung des Blattes auf die Straße gesetzt wurde, kennt sich Zeuner aus mit Medien, Medienmanipulation und dem ideologischen Gehalt von scheinbar neutralen „Reformdiskursen“. Dennoch verfiel er nicht in das Fettnäpfchen, Lenzen alleine für den marktradikalen Kurs an der FU verantwortlich zu machen. Dieser sei vielmehr Ausdruck eines allgemeinen gesellschaftlichen Trends hin zur Ökonomisierung von Wissenschaft. Als einen Ausdruck dieser Tendenz kritisierte er auch den sogenannten Exzellenzwettbewerb und der Rolle des OSI dabei:

Um von der Unterfinanzierung des öffentlichen Guts „wissenschaftliche Forschung“ abzulenken, wird ein ruinöser Wettbewerb um das künstlich verknappte Gut „Exzellenz“ und den Titel „Eliteuniversität“ veranstaltet. Wer nicht gewinnt, steigt ab. Diese Anrufung wurde von der Freien Universität und auch von unserem Fachbereich besonders begeistert und besinnungslos aufgenommen.

Trotz der geradezu gewaltsamen Durchsetzung des Hochschulwettbewerbs bestand Zeuner darauf, dass Widerstand eben doch möglich sei:

… auf die Frage, ob man aus einer als ruinös erkannten Konkurrenz, aus einem race to the bottom, aussteigen kann, gibt es in der Tradition der Arbeiterbewegung eine Antwort: Organisierung von Solidarität zum Bau von Dämmen gegen Unterbietungskonkurrenz.

Am Ende des Vortrags holte Zeuner nochmal gezielter aus mit einem Angriff auf die allgemeine Rückgratlosigkeit in den oberen Etagen der deutschen Universitäten:

In der Wissenschaft aufgestiegene Menschen, vor allem die Professoren, sind daher im allgemeinen sozial sehr viel dümmer als etwa Fabrikarbeiter, die ziemlich früh durch Erfahrung lernen, dass es ihnen schlechter geht, wenn sie nur für sich ihr Glück versuchen, statt sich zusammenzuschließen: Allein machen sie dich ein, lautet die Formel für diese Solidarität.

Dem bleibt nicht mehr viel hinzuzufügen, meint die FSI Geschichte.
Den ganzen Vortrag könnt ihr auf den Seiten des Osi als pdf einsehen.