Archiv für den Monat: Juni 2007

Semesterticket: Urabstimmung im Juli!

Am 27.6.2007 beschloß das Studierendenparlament der FU eine erneute Urabstimmung zum Semesterticket vom 10.-12. Juli dieses Jahres. Die Abstimmung ist nötig aufgrund der von den Berliner Verkehrsbetrieben verlangten Preiserhöhungen für die nächsten Jahre. Obwohl die Erhöhungen ein harter Brocken sind, ist die Alternative angesichts des Transportmonopols der Verkehrsbetriebe wohl nur der Verzicht auf´s Semtix. Zehn Prozent der Studierenden müssen abstimmen und sich mehrheitlich für das Ticket entscheiden, damit ein neuer Vertrag abgeschlossen werden kann.

Im Folgenden der im Studierendenparlament beschlossene, offizielle Abstimmungstext:

Urabstimmung über die Verlängerung des Semestertickets

Der aktuelle Vertrag zwischen der Studierendenschaft der FU Berlin und dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) über ein Semesterticket läuft mit dem Ende des Wintersemesters 2007/08 zum 31.3.2008 aus.

Der VBB hat die Fortführung des Semestertickets bis zum Ende des Wintersemesters 2011/12 unter der Bedingung einer gestaffelten Preisanpassung angeboten.

Die Preiserhöhungen belaufen sich auf (jeweiliger Endpreis in Klammern):

· zum Sommersemester 2008: 3,0% (154,00 Euro)
· zum Sommersemester 2009: 2,9% (158,50 Euro)
· zum Sommersemester 2010: 3,2% (163,50 Euro)
· zum Sommersemester 2011: 2,8% (168,00 Euro)

O Ich stimme der Fortführung des Semestertickets unter diesen Bedingungen zu.

O Ich stimme der Fortführung des Semestertickets unter diesen Bedingungen nicht zu.

Mehr Infos zum Thema auf der AStA-Homepage, im FSI-Blog und auf dem Blog der Semtix-Initiative.
Eine Liste der Wahllokale findet ihr auf den Seiten des studentischen Wahlvorstandes.

Dieter der Gebieter

Trotz kurzfristiger Mobilisierung kamen am gestrigen Donnerstag (28.6.07) rund 70 Studierende zu einer Jubel-Demo zusammen und ließen unseren FU-Präsidenten Dieter Lenzen hochleben anläßlich der gelungenen Tagung „Unternehmen Universität„, bei der unter anderem Marmeladen-Mogul Dr. Oetker unserer verschlafenen Institution etwas Unternehmergeist eintreiben wollte. Aktionsberichte findet ihr auf den Seiten des „Berliner Bündnis für Freie Bildung“:

Dieter, Dieter, unser Gebieter!
Unternehmen: Universität verkaufen

Unternehmen Universität

Kurznotiz: am morgigen Donnerstag, dem 28. Juni findet im Clubhaus der FU (Goethestraße 49) die vom Präsidium ausgerichtete Tagung „Unternehmen Universität“ statt. Auf dieser wird neben vielen anderen Gästen Dr. Oetker, Chef der Schwartau-Marmeladenwerke und Botschafter der neoliberalen „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ auftreten. Als Marmeladenfabrikant hat Dr. Oetker natürlich die Weisheit mit Löffeln gefressen und wird der FU erklären, wie sie sich noch treffsicherer am Markt prostituiert … ups, … positioniert natürlich.

Die Studierenden wollen da natürlich nicht fehlen und, daher gibt´s Donnerstag um 14 Uhr ein Treffen im Mensafoyer der Silberlaube, um dann gemeinsam zur Tagung zu ziehen und sich auch einen Löffel Weisheit abzuholen.

Hier das komplette Programm der Tagung samt Gästeliste: http://www.fu-berlin.de/presse/fup/2007/fup_07_126/index.html

Vollversammlung am 3. Juli

Am 03. Juli findet ab 16 Uhr eine uniweite „Mitmach-Vollversammlung“ im Henry-Ford II.-Bau Hörsaal A statt. Laut Ankündigung geht es dabei um Studiengebühren in Berlin und das laufende Hochschulvolksbegehren dagegen. Zusätzlich gibt es infos zur derzeit laufenden Studierbarkeits-Umfrage, zum Masterzugang und weiteren Themen. Außerdem werden laufende Gruppen und Initiativen vorgestellt, die gerade bildungspolitisch aktiv sind und Möglichkeiten zum Engagement bieten.

Weitere Infos zu aktuellen Aktionen & Protesten:

http://astafu.blogsport.de
http://www.astafu.de
http://www.freie-bildung-berlin.de

Polizei beschlagnamt Archivgut

Wir dokumentieren eine Presserklärung des Workshops freier Archive:

Am 14. und 15. Juni 2007 trafen sich 23 freie Archive aus der ganzen Bundesrepublik in Berlin zu ihrem dritten Workshop. Neben dem Erfahrungsaustausch beschäftigte sich das Netzwerk mit archivfachlichen Herausforderungen im elektronischen Zeitalter. Die TeilnehmerInnen der Treffen kommen aus Archiven der Frauen- und Friedensbewegung, der Ökologie-, Alternativ und Jugendbewegung, von Bürgerrechts- und Umweltgruppen der ehemaligen DDR sowie aus dem Bereich der
Geschichtswerkstätten. Als unabhängige Archive leisten sie einen Beitrag zum Erhalt von Überlieferungen und Kulturgut der Gegenöffentlichkeit. Ihr Sammlungsauftrag basiert auf dem Vertrauen der MaterialgeberInnen. Zwei Archive aus diesem Netzwerk (Umbruch Bildarchiv e:V., Videowerkstatt Autofocus e.V.) wurden am 9. Mai 2007 bei der großangelegten Aktion des Bundeskriminalamts (BKA) im Vorfeld der G 8-Proteste durchsucht und massiv geschädigt. Interviews und
Dokumentationen, umfassendes Bild- und Video-Material, zum Beispiel zu „Autonomen“ und Flüchtlingsbewegungen, wurden beschlagnahmt. Das Netzwerk protestiert entschieden gegen diesen Eingriff in die Informationsfreiheit und gegen die Behinderung der gesellschaftlich notwendigen Arbeit dieser Archive!
Wir fordern, dass die vom BKA kopierten elektronischen Materialien unverzüglich gelöscht werden. Wir bestehen darauf, dass Archive und Dokumentationsstellen als geschützte Orte unangetastet bleiben und für die öffentliche Nutzung ungestört zur Verfügung stehen.

Berlin, den 21. Juni 2007

Archiv für alternatives Schrifttum, Afas, Duisburg
Frauenforschungs- -bildungs- und -informationszentrum, FFBIZ, Berlin
Archiv Grünes Gedächtnis, Berlin
Kreuzbergmuseum, Berlin
Verein zur Förderung von Forschung zur politischen Sozialisation und
Partizipation, POSOPA, Neu-Zittau
Archiv soziale Bewegungen, Freiburg
Eco-Archiv, Hofgeismar
Spinnboden-Lesbenarchiv, Berlin
Archiv der Sozialen Bewegungen, Bremen
Archiv der Jugendkulturen, Berlin
Archiv des Hamburger Instituts für Sozialforschung, Hamburg
Schwules Ar hiv, Universität Bielefeld
Archiv der deutschen Frauenbewegung, Kassel
Papiertiger * Archiv & Bibliothek für soziale Bewegungen, Berlin
Archiv Aktiv, Hamburg
Hans-Litten-Archiv, Göttingen
Lila Archiv, Berlin
Thüringer Archiv für Zeitgeschichte *Matthias Domaschk“, Jena
Archiv3, Berlin
Belladonna, Bremen
Umbruch Bildarchiv, Berlin
Videowerkstatt Autofocus, Berlin
DOMiT, Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland
Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin

Rechtsextremismus im Friedrichshain

„Rechte im Kiez“ Rechtsextremismus im Friedrichshain: wahrnehmen – aufklären – bekämpfen

21. Juni 2007, Kinzigstr. 9, Beginn: 19:30

Friedrichshain gilt mindestens seit 2006 als Nr. 1 in Berlin, was die Anzahl der rechtsextrem motivierten Übergriffe auf Migranten und Linke/Engagierte betrifft. In der allgemeinen Wahrnehmung jedoch wird Friedrichshain oft als linker alternativer Bezirk gesehen. An diesem Abend wollen sich die Veranstalter mit dieser offensichtlichen Diskrepanz beschäftigen und über gegenwärtige rechtsextreme Strukturen in Friedrichshain informieren. Unverzichtbar ist dabei in unseren Augen ein Rückblick in die ehemalige DDR in bezug auf die Thematik Rechtsextremismus, Polizei und Linke. Im zweiten Teil wird es darum gehen, was man gegen Rechtsextemismus tun kann und was bereits getan wird. Engagierte aus der „Initiative gegen Rechts Friedrichshain“ erzählen von ihren Gegenstrategien, Erfolgen und Mißerfolgen.

Eine Veranstaltung von von reflect! und der „Initiative gegen Rechts Friedrichshain“

Solidaritätsaktion für verhafteten Berliner

Nach einer Soliparty und anderen Aktivitäten geht die Kampagne für den in Griechenland inhaftierten Berliner Bildungsaktivisten Timo nun weiter mit einer Kundgebung vor der Griechischen Botschaft:

Wann: Mittwoch, 20. Juni, 16 Uhr
Wo: Griechische Botschaft, Jägerstraße 55 (Mitte, nahe U-Bhf. Hausvogteiplatz)

Aus dem Demoaufruf:

Am 8. März 2007 verabschiedete das griechische Parlament eine Hochschulreform, die sozial unverträglich ist, die Herausbildung von Eliten befördert und Studi-Streiks schon im Keim erstickt. Geplant war außerdem die Abschaffung des Verfassungsartikels 16, der die staatliche Bereitstellung von kostenloser Bildung in Griechenland vorschreibt. Hintergrund sind die EU-Vereinbarungen von Bologna, in denen schon 1999 die Privatisierung der Bildung und marktförmige Anpassung an ökonomische Kriterien, beschlossen wurde.

Gegen diese massive Umstrukturierung der griechischen Hochschulbildung formierte sich schon im Sommer 2006 eine breite Protestbewegung aus SchülerInnen, Studierenden, Lehrenden, Gewerkschaften und Elternverbänden. Die andauernden Streiks und Massendemonstrationen nötigten die Regierung zu Zugeständnissen. Die Verfassungsänderung konnte gekippt werden, die Hochschulreform kam, mit geringfügigen Änderungen, zustande. Doch die Proteste gehen weiter und der Staat dreht an der Repressionsspirale.

Viele Studierende und SympathisantInnen wurden bei den Demonstrationen in den letzten Monaten verletzt oder verhaftet. Die griechische Regierung rächt sich für den Bildungsstreik mit polizeilicher Gewalt und hohen Strafmaßen. Die Verhafteten verbleiben meist sinnlos lang unter miserablen Bedingungen in Untersuchungshaft. Ein fairer Prozess wird ihnen meist verweigert.

Wir nehmen das persönlich! Gegen unseren Freund und Mitstreiter Timo aus Berlin wurde ebenfalls mit konstruierten Vorwürfen am 20. Februar 2007 die Untersuchungshaft angeordnet. Er half bei einem studentisch organisierten Konzert an der besetzten Aristoteles Universität in Thessaloniki und sitzt seit dem im Knast. Nach griechischen Gesetzen, kann die Untersuchungshaft bis zu 18 Monate ausgedehnt werden.

Am 14. Juni sollte ein Gericht die Haftgründe gegen Timo noch einmal prüfen. So oder so, wir fordern seine sofortige Freilassung und einen fairen Prozess und erklären uns solidarisch mit allen anderen Gefangenen, die der Willkür der griechischen Justiz derzeit ausgesetzt sind.

Für eine Gesellschaft ohne Knäste!
Schluss mit der Repression gegen den griechischen Bildungsstreik!
Schluss mit den EU-weiten Reformen, die uns keine bessere Bildung sondern
nur bessere Verwertbarkeit bescheren!

Umfrage zu Studienbedingungen an der FU

Am 04.06.2007 beginnt eine von Studierenden initiierte Umfrage zu Studienbedingungen an der Freien Universität Berlin. Die Studierenden sollen die Möglichkeit erhalten, sich zu Konsequenzen und Problemen der tiefgreifenden Umgestaltung der Universität im Rahmen des Bolognaprozesses zu äußern.
Die in Papierform vorliegenden 6000 Fragebögen werden an Ständen in Dahlem und Lankwitz sowie über Fachschaften und in studentischen Cafés verteilt. Zudem besteht ab Mittwoch, 06.06.2007 die Möglichkeit, die Onlineversion des Fragebogens auf der Webseite www.fub.studierbarkeit.de auszufüllen.

Der Fragebogen wurde konzipiert in Kooperation mit der studentischen Evaluationsgruppe „Studierbarkeit an der Humboldt Universität“, deren Ergebnisse unlängst veröffentlicht wurden.

Der Erhebungszeitraum endet mit der Vorlesungszeit am 20.07.2007, die Ergebnisse werden voraussichtlich zu Beginn des Wintersemesters 2007/2008 veröffentlicht.

Nur der andere Opa war der Nazi?

Nur der andere Opa war der Nazi? – Erinnerung und Vergangenheitsbewältigung
Donnerstag, 14. Juni, 19.30 Uhr, Kinzigstr. 9, Berlin-Friedrichshain

Das Wissen um Schuld und Vernichtung scheint nicht im kommunikativen Gedächtnis der meisten Deutschen angekommen. Kaum jemand kennt die Verstrickungen der eigenen Vorfahren in den NS oder will sie kennen. Nicht nur über diesen Widerspruch wollen wir diskutieren, sondern auch darüber, wie wir uns einen kritischeren und produktiveren Umgang mit Vergangenheit vorstellen. Denn vieles, was heute zum Selbstverständnis und positivem Image der erinnerungswilligen Berliner Republik gehört, wurde einst wegen anderer Gründe eingefordert.

Mit: reflect! & AK „Angreifbare Traditionspflege“
(Der AK „Angreifbare Traditionspflege“ „begleitet“ seit 5 Jahren das Treffen der Gebirgsjäger in Mittenwald)
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Eine Veranstaltungsreihe von reflect! – assoziation für politische bildung und gesellschaftsforschung

Weitere Infos unter http://www.reflect-online.org/ und info@reflect-online.org

Die Veranstaltungsreihe wird unterstützt von Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt & Aktion Mensch